So richtig hatte ihm wohl niemand, der ihn länger kennt, abgekauft, dass Friedhelm Funkel tatsächlich seine Rente genießen könnte und würde. Mit 67 Jahren hätte er eigentlich guten Grund dafür. Und würde die Corona-Pandemie nicht das normale Leben seit geraumer Zeit torpedieren, womöglich hätte Funkel seine Pläne tatsächlich umgesetzt und seine neu gewonnene Freizeit mit Weltreisen, Tennisturnieren und Skitouren verbracht. Das alles ist aber aufgrund der Pandemielage derzeit nicht möglich. Und so hatte sich bei Funkel wohl Langeweile breit gemacht. 

So kommt die Möglichkeit, den 1.FC Köln für die letzten sechs Spiele zu übernehmen und womöglich vor dem Abstieg zu retten, als kurzzeitige und intensive Beschäftigung für die nächsten Wochen gerade recht. FC-Manager Horst Heldt hatte Markus Gisdol nach der unglücklichen 2:3-Niederlage gegen das ebenfalls abstiegsbedrohte FSV Mainz 05 noch am Sonntagabend beurlaubt und die bereits seit längerer Zeit laufenden Gespräche mit Funkel telefonisch finalisiert.

Der Kölner Boulevardzeitung „Express“ sagte Funkel noch am späteren Abend: „Es sieht gut aus, dass wir das hinbekommen. Ich weiß, dass die Aufgabe anspruchsvoll wird.“ Am späteren Montagmorgen bestätigte der Klub die Verpflichtung.

Schlechte Stimmung

Die Kölner sind nach 28 Spieltagen mit 23 Punkten Vorletzter der Bundesliga-Tabelle. Heldt hofft, dass Funkel mit seiner enormen Erfahrung von allein 510 Spielen als Trainer in der Bundesliga der Mannschaft auf der Zielgeraden den nötigen Halt gibt. Mit Klubs wie dem MSV Duisburg, Bayer 05 Uerdingen und einigen anderen Vereinen hat Funkel so viel Routine im Abstiegskampf gesammelt, dass ihm diese Aufgabe keine schlaflosen Nächte bereiten wird. Zumal er in Köln bereits gearbeitet hat und den Klub und sein emotionales Umfeld gut kennt. 

Einst, im Jahr 2003, stieg er mit den Rheinländern in die Bundesliga auf – einer seiner insgesamt sechs Aufstiege in die deutsche Eliteklasse. Allerdings dauerte…