Die Fintech-Sparte von Alibaba, Ant Group, hat seit Monaten Ärger mit der chinesischen Finanzaufsicht. Die hat nun strengere Auflagen für den Finanzdienstleister von Alibaba-Gründer Jack Ma angekündigt.

Vor einem möglichen neuen Anlauf zu einem Börsengang müsse Ant Group grundlegend umgebaut werden, entschied die chinesische Zentralbank. Konkret müsse aus Ant Group eine Finanzholding werden.

Die Aufseher kritisieren vor allem die als »unsachgemäß« bezeichneten Verflechtungen zwischen dem Zahlungsdienstleister AliPay, dem Geschäft mit virtuellen Kreditkarten (»Jiebei«) und der Verbraucherkredit-Sparte Huabei. Diese sollen nun mit einem »umfassenden und umsetzbaren Restrukturierungsplan« gekappt werden.

Wie Vizezentralbankchef Pan Gongsheng nach Angaben des Staatsfernsehens mitteilte, muss die Ant Group künftig »unfairen Wettbewerb« in ihren Diensten beseitigen. Man habe Ant zudem aufgefordert, ihre Verschuldungs- und Produktrisiken sowie das Liquiditätsrisiko ihrer wichtigsten Fondsprodukte anzugehen und ihren riesigen Geldmarktfonds Yu’ebao zu verkleinern, hieß es.

2,3 Milliarden Euro Bußgeld gegen Alibaba

Für Milliardär Jack Ma kommen die neuen Auflagen zur Unzeit. Erst am Wochenende hatten die Behörden eine Milliardenstrafe gegen seine Onlinehandelsplattform Alibaba verhängt. Umgerechnet 2,3 Milliarden Euro soll der chinesische Amazon-Rivale wegen eines Verstoßes gegen Kartellrecht bezahlen. Die weltgrößte Onlinehandelsplattform habe ihre marktbeherrschende Position ausgenutzt, um Händler zu zwingen, ihre Waren exklusiv über Alibaba anzubieten, begründete die Marktaufsicht den Schritt. Es ist die bislang höchste Strafe der chinesischen Kartellbehörden gegen einen Internetkonzern.

Die Probleme für Alibaba begannen im Herbst, als Jack Ma kurz vor dem geplanten Doppellisting der Ant Group die Finanzbehörden kritisiert hatte, Innovation zu bremsen. Danach ließen die Behörden das Debüt auf dem Parkett in Shanghai und Hongkong kurzfristig…