Bei einem Angriff auf ein Hilfszentrum der Uno im Nordosten Nigerias sind am Samstagabend Dutzende Kämpfer die Stadt Damasak im Bundesstaat Borno eingedrungen und hatten unter anderem das Uno-Zentrum und eine Polizeiwache in Brand gesetzt. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete mit dem Verweis auf Militär- und Helferkreise am Sonntag, dass ein Soldat sowie mindestens drei Frauen getötet worden seien.

Die Angreifer versuchten nach Angaben aus Militärkreisen, auch einen Militärstützpunkt in der Stadt angreifen, zogen sich aber nach dreistündigen Kämpfen mit den Sicherheitskräften wieder zurück. Die Sicherheitskräfte forderten demnach auch Luftunterstützung an. Ein humanitärer Helfer sagte, am Sonntag sei die Lage in Damasak wieder »relativ ruhig« gewesen, sie bleibe aber »unvorhersehbar«.

Die Nachrichtenagentur AP berichtete mit Verweis auf lokale Behörden, die Angreifer hätten auch Medikamente aus einem Krankenhaus in Damasak geplündert und einen Krankenwagen gestohlen, seien aber daran gehindert worden, das Gebäude in Brand zu setzen.

Der westafrikanische Ableger der Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat (Iswap) reklamierte den Angriff für sich, wie das auf die Auswertung islamistischer Websites spezialisierte Unternehmen Site Intelligence Group mitteilte. Es war bereits der zweite Angriff auf Uno-Hilfszentren in Nigeria binnen weniger Wochen. Anfang März hatten Iswap-Kämpfer ein Hilfszentrum im Ort Dikwa in Borno attackiert und sechs Zivilisten getötet.

Infrastruktur von Hilfsorganisationen betroffen

Der Uno-Koordinator für die humanitäre Hilfe in Nigeria, Edward Kallon, äußerte sich am Sonntag »extrem besorgt« über die Angriffe. In Damask sei Infrastruktur von drei internationalen Hilfsorganisationen, mit denen die Uno zusammenarbeite, betroffen.

Die Hilfsorganisation Norwegian Refugee Counsil (NRC) schrieb in einer Mitteilung: »Der gestrige brutale Angriff gefährdete unsere Arbeit und bedrohte das Leben vieler Mitarbeiter von…