Dort hätten die Sicherheitskräfte Gewehrgranaten eingesetzt, um die Demonstranten auseinanderzutreiben, berichten die Hilfsorganisation für politische Gefangene (AAPP) und das Nachrichtenportal „Myanmar Now“. 82 Menschen seien dabei ums Leben gekommen.

Sicher überprüfen lassen sich die Zahlen bislang nicht. Da die Militärjunta inzwischen das Mobilfunknetz stark gedrosselt hat, wird es zunehmend schwierig, Nachrichten über Razzien und Tote zu überprüfen. Von der Nachrichtenagentur AFP gesichtete Videoaufnahmen könnten das brutale Vorgehen von Militär und Polizei in der rund 65 Kilometer nordöstlich von Yangon gelegenen Stadt jedoch bestätigen: Darauf ist zu sehen, wie Demonstranten hinter Sandsackbarrikaden kauern und mit selbstgebauten Gewehren hantieren, während im Hintergrund Explosionen zu hören sind.

Vereinte Nationen appellieren an die Machthaber

Zudem berichtete ein Anwohner der AFP, wie Leichen in einen Armeelaster geladen wurden. Den Rettungskräften sei es nicht erlaubt worden, in die Nähe der Toten zu kommen. Viele Einwohner seien vor der Gewalt in die nächstgelegenen Dörfer geflüchtet. Vom Büro der Vereinten Nationen in Myanmar hieß es, man gehe der Gewalt in Bago nach. Den Verletzten sei medizinische Behandlung „verweigert“ worden. „Wir fordern die Sicherheitskräfte auf, medizinischem Personal zu erlauben, die Verletzten zu behandeln“, so die UN.

Nach Angaben von Menschrenrechtlern sind seit dem Militärputsch Anfang Februar mindestens 618 Zivilisten getötet worden. Ein Juntavertreter sprach hingegen von 248 Getöteten, bei ihnen handele es sich um „gewalttätige Terroristen“. Unter den Toten sind auch Soldaten. In der Stadt Tamu im Nordwesten Myanmar soll mehr als ein dutzend Soldaten getötet worden sein, als Demonstranten einen Sprengsatz auf einen Militärtransporter warfen. Zuvor hatten in Tamu Militärs Barrikaden niedergerissen und eine Gruppe von Demonstranten beschossen.

Auch in der Wirtschaftsmetropole Yangon und der zweitgrößten…