Steuererhöhung
Bis zu 52 Prozent Steuern – die Reichen fliehen aus New York

Die Wall Street ist verlassen, doch was passiert, wenn die Banker nicht wiederkommen?

© John Angelillo / Picture Alliance

von Gernot Kramper

10.04.2021, 10:41 Uhr

Pandemie, gewaltsame Proteste und jetzt auch noch eine satte Steuererhöhung auf bis zu 52 Prozent. Doch wenn die Reichen die Stadt verlassen, bricht der Haushalt von New York zusammen.

New York plant eine massive Steuererhöhung. Kommt es wie geplant, müssten die Reichen in der Stadt mit einer Steuerlast von bis zu 52 Prozent leben, die Bund, Staat und Kommune erheben. Oder sie zahlen gar nichts mehr in New York, weil sie nach Texas und Florida abwandern.

In Staaten wie Deutschland ist die Einkommensteuer im ganzen Bundesgebiet gleich hoch. Das gilt in den USA nur für die Abgaben an den Bund. Bundesstaaten und Kommunen erheben anders als in Deutschland eigene Steuern auf das Einkommen, außerdem kommen in New York City noch erhebliche Steuern auf Wohnraum und Grundbesitz hinzu.

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Was, wenn die Reichen gehen?

Die Idee, die Reichen zu besteuern, hört sich fair an, birgt aber Gefahren. In New York stammen über 15 Prozent aller Einnahmen von nur 2000 Steuerzahlern. Die reichsten fünf Prozent tragen 60 Prozent des Haushalts. Ein Exodus dieser Gruppe würde große Probleme für die Finanzen der Stadt mit sich bringen.

„Wenn wir auch nur ein paar Tausend von diesen Leuten verlieren, dann werden die Steuereinnahmen drastisch schrumpfen“, sagte Investmentbanker Euan Rellie zur Londoner „Times“. Rellie wählt die Demokraten und glaubt, dass der Staat in die Infrastruktur investieren könne. Aber lokale Steuern hätten…