Militär-Entwicklung
So schlimm wie eine Atombombe? Experten warnen vor Drohnen-Schwärmen als Massenvernichtungswaffe

In Formation fliegende Drohnen lassen sich als Schwarm auch militärisch einsetzen

© Andrea Sabbadini/Mauritius Images

von Malte Mansholt

09.04.2021, 17:06 Uhr

Hunderte oder gar Tausende Drohnen auf einmal zu steuern – das ist technisch längst möglich. Und immer mehr Länder interessieren sich dafür, diese Fähigkeit auch militärisch zu nutzen. Dabei vereinen die smarten Schwärme zwei der gefährlichsten Merkmale von Massenvernichtungswaffen.

Es war ein beeindruckendes Schauspiel: Mit 2000 leuchtenden Drohnen erhellte die chinesische Metropole Shanghai zum Jahreswechsel 2020 den Himmel, lies die Mini-Fluggeräte Choreographien fliegen und leuchtende Bildnisse an den Himmel malen. Doch die Technologie dahinter bereitet Militär-Experten immer mehr sorgen: Sie fürchten, dass Drohnenschwärme zu einer kaum zu bändigenden Gefahr werden können.

Die sich theoretisch auf zehntausende Drohnen vergrößerbaren Schwärme hätten das Potenzial, die Tödlichkeit einer Atombombe zu erreichen, warnt etwa der Sicherheitsberater Zachary Kallenborn. Je nach Variante sind die Drohnen als fliegendes Geschütz, zum Abwurf von Bomben oder mit Sprengsätzen versehen als Kamikaze-Fluggeräte einsetzbar, erläutert der Experte in einem Blogpost. Dabei vereinen sie seiner Ansicht nach zwei der wichtigsten Merkmale von Massenvernichtungswaffen: Die Drohnen seien in der Lage, in einem Angriff eine große Anzahl von Personen zu verletzen oder zu töten – und es sei nahezu unmöglich, dabei eine Unterscheidung zwischen feindlichen Kämpfern und der Zivilbevölkerung treffen zu können. „Schwärme könnten dasselbe Ausmaße an Zerstörung, Toten und Verletzungen verursachen wie die Atombomben in Nagasaki und Hiroshima“, ist Kallenborn überzeugt.

Wettrüsten in vollem Gange