Er wirkte schon immer wie aus der Zeit gefallen, manchmal fiel er auch aus dem Protokoll. Der deutsche Philip am Hofe der Windsors – offiziell der Duke of Edinburgh – hat die britischen Royals jahrzehntelang „politisch unkorrekt“ begleitet. Was für die einen Anlass zur Kritik bot, war für andere wohltuend.

„The Hun“, der Hunne, hatte ihn Queen Mum, seine Schwiegermutter, anfangs immer mal wieder tituliert – nicht nur zum Scherz. Die Heirat 1947 des deutschstämmigen Philip mit Elisabeth, der späteren Königin, galt zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs als äußerst heikel für das britische Königshaus.

Beste Nebenrolle

Formell war Philip ein dänischer und griechischer Prinz, aber eben auch ein Deutscher. Einer, dessen Landsleute Bomben auf Westminster Abbey abgeworfen hatten, also auf die Kirche, in der er am 20. November 1947 Elisabeth zur Frau nahm. Er, der Prinz ohne Land und Heimat. Doch laut Elisabeth ein Gentleman.

1947 nahm Prinz Philip Elisabeth zur Frau

Prinz Philip hat die kleinen Nischen gefunden und besetzt, die ihm das strenge Protokoll – als Gatte immer einen Schritt hinter der Queen – zubilligte. Es war nicht nur der Humor, den er einsetzte, um die vermutlich wichtigste Nebenrolle zu füllen, die ihm durch die Heirat zugewiesen worden war. Er ließ es manchmal auch krachen. Vor allem verbal.

Bundeskanzler Helmut Kohl begrüßte er 1997 auf der Hannover-Messe mit den Worten: „Guten Tag, Herr Reichskanzler.“ Verbürgt ist auch dies: Er möge doch nicht so schnell fahren, mahnte ihn einmal eine Beifahrerin von der Rückbank der königlichen Limousine. Wenn sie noch einmal seinen Fahrstil kritisiere, werde er anhalten und sie könne zu Fuß nach Hause gehen, sagte Philip. Danach war Ruhe. Es war die Queen, die sich so abkanzeln ließ.

Mit Ironie das Schicksal ertragen

Aber auch die feine Ironie beherrschte er. „Meine Frau hat in Philosophie promoviert, sie ist viel wichtiger als ich“, verriet ihm ein Mann in Australien. „Wir haben das Problem auch in…