Der von der Junta verhängte Ausnahmezustand in Myanmar wird womöglich verlängert. Der Sprecher der neuen Militärführung, Zaw Min Tun, sagte in einem Interview mit dem US-Sender CNN, die Maßnahme könnte »um sechs Monate oder länger« ausgedehnt werden.

Der Militärsprecher kündigte außerdem an, dass »freie und faire Wahlen« innerhalb von zwei Jahren durchgeführt würden, wie es von der Verfassung vorgegeben sei. Jedoch: »Die demokratischen Standards in Myanmar werden aber nicht die gleichen sein wie in westlichen Ländern«, warnte Zaw bereits vor.

Der Sprecher wiederholte in dem Interview die Vorwürfe des Wahlbetrugs bei der Parlamentswahl im November, die die festgesetzte Regierungschefin Aung San Suu Kyi klar gewonnen hatte. Die Generäle hatten den Umsturz mit Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung begründet. Beweise legte Zaw Min Tun nicht vor.

Brutale Militärgewalt

Für die Militärgewalt wies er die Schuld den Demonstranten zu, sie sei nur eine Reaktion auf deren Krawalle. »Es wird Tote geben, wenn die Ausschreitungen niedergeschlagen werden, aber wir schießen mit Disziplin.« Seit dem Putsch von Anfang Februar gibt es immer wieder Berichte über brutale Militärgewalt. Die Armee schießt mit scharfer Munition auf Demonstranten, zudem ist von schwerer Folter bei Verhören die Rede.

Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind bislang mindestens 614 Menschen von Einsatzkräften getötet worden. Mehr als 2850 sitzen derzeit in Haft. Suu Kyi soll sich im Hausarrest befinden, wurde aber seit dem Umsturz nicht mehr öffentlich gesehen.

US-Sanktionen gegen Juwelenfirma

Die US-Regierung hat nach dem Putsch in Myanmar nun auch die staatliche Juwelenfirma des südostasiatischen Landes mit Sanktionen belegt. Die USA seien entschlossen, die Geldquellen der Militärführung trockenzulegen, darunter auch Staatsfirmen, teilte das US-Finanzministerium am Donnerstag mit. Das Unternehmen MGE ist demnach allein für die Regulierung, Förderung und…