Während die Zahlen der Corona-Neuinfektionen weiter steigen, warnen Intensivmediziner vor dem Kollaps der Kliniken und rufen zu einem bundesweiten Lockdown auf. In ihrer wöchentlichen Pressekonferenz haben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler noch einmal den Ernst der Lage betont.

Spahn sagte, es gebe mehr als 25.000 neue Corona Fälle. Das seien zu viele. »Wenn es so weiter geht, sind es zu viele für unser Gesundheitssystem«, sagte Spahn. In den Krankenhäusern zeige sich, wie ernst die Situation tatsächlich sei. Die Zahlen seien wegen der Osterfeiertage und des Meldeverzugs immer noch nicht belastbar, erklärte Spahn. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bundesweit bei 110,4.

Die Lage sei ernst. Die Umfragen zeigten, dass viele Bürger den Ernst der Lage realistisch einschätzten und sich für schärfere Maßnahmen aussprechen. Schul- und Kita-Kinder müssten mindestens zweimal die Woche getestet zu werden. Das sollte auch für die Betriebe gelten. Es brauche einen Lockdown, um die aktuelle Welle zu brechen. »Wir müssen alle an einem Strang ziehen«, sagte Spahn. Eine Bund-Länder-Runde sei eigentlich das richtige Format, um neue Maßnahmen zu beschließen. »Wenn manche schon die Einschätzung der Lage nicht teilen, dann wird es natürlich schwierig«, sagte er. Eine kurze Rücksprache reiche jedenfalls nicht. Er könne sich über manche Ankündigungen dieser Tage nur wundern, sagte Spahn. Berlins Regierungschef Michael Müller hatte zuletzt statt einer Konferenz von Bund und Ländern, lediglich eine kurze Rücksprache vorgeschlagen.

»Ich empfehle uns allen den Parteienstreit, Wahljahr hin oder her, runterzufahren und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren«, sagte Spahn. Das sei die Bekämpfung der Pandemie.

Testpflicht für Geimpfte soll entfallen

Es seien inzwischen mehr Impfstoffe verfügbar, außerdem impften nun die Hausärzte mit. 17 Millionen Dosen wurden in Deutschland verimpft. Mit den Gesundheitsministern der Länder habe Spahn…