Iran hat einen im Persischen Golf festgesetzten Tanker nach drei Monaten wieder freigegeben. Das teilte die Regierung in Seoul mit. Auch der Kapitän des Chemikalien- und Ölprodukteschiffs »Hankuk Chemi« sei nach drei Monaten auf freien Fuß gesetzt worden, teilte Südkoreas Außenministerium mit: »Das Schiff ist heute sicher abgefahren.«

Der Kapitän und die anderen Besatzungsmitglieder seien wohlauf. Der Vorfall hatte kurzfristig zu einer diplomatischen Krise zwischen den eigentlich gut befreundeten asiatischen Staaten geführt.

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten den Tanker Anfang des Jahres festgesetzt – ihm wurde Meeresverschmutzung vorgeworfen. Die »Hankuk Chemi« hatte angeblich 7200 Tonnen Ethanol geladen. Das Schiff wurde nach IRGC-Angaben in die Hafenstadt Bandar Abbas geleitet, wo sich die Justizbehörden mit den angeblichen Verstößen befassen sollten. Der Vorfall erinnerte an die Festsetzung des britischen Öltankers »Stena Impero« im Jahr 2019.

Der Zwischenfall ereignete sich zu einem Zeitpunkt, als es wegen eingefrorener iranischer Bankkonten in Südkorea zwischen beiden Seiten Spannungen gab. Die Konten wurden infolge der Sanktionen der USA gegen Teheran gesperrt. Nach Berichten südkoreanischer Medien ging es um sieben Milliarden Dollar (etwa 5,3 Milliarden Euro). Iranische Medien sprachen von Milliarden »Ölgeldern«, die eingefroren seien.

Teheran forderte demnach, dass die Konten freigegeben werden. Im Februar hatte Südkoreas Außenministerium erklärt, dass über die Freigabe der Gelder nur nach Konsultationen mit betroffenen Ländern einschließlich der USA entschieden werden könne.

Zum Zeitpunkt der Festsetzung des Tankers befanden sich 20 Crewmitglieder an Bord. Die Besatzung war bis auf den Kapitän bereits im Februar freigelassen worden. Um das Schiff instand zu halten, waren zuletzt noch 13 Besatzungsmitglieder auf dem Schiff.