Telemedizin
Steigende Nachfrage nach Videosprechstunden

Immer häufiger werden bei Hausärzten Videosprechstunden nachgefragt. Foto: Monika Skolimowska/ZB/dpa/Symbolfoto

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Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung in der Medizin einen Schub verschafft. Die Videosprechstunde beim Arzt wird von Patienten angenommen. Das Wachstum erzeugt aber auch Kritik.

Die Telemedizin in Deutschland wächst rasant. «Corona hat uns in diesem Bereich um fünf Jahre nach vorne katapultiert», sagt die Geschäftsführerin der Münchner Teleclinic GmbH, Katharina Jünger. In ihrer Branche sind fünf Jahre eine lange Zeit.

Ihr Unternehmen, das eine der großen Plattformen für Telemedizin in Deutschland betreibt, hat Jünger vor sechs Jahren gegründet. Zusätzlichen Schub erhofft sich die Teleclinic-Chefin von einer Gesetzesreform, mit der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Online-Behandlungen weiter erleichtern möchte. So sollen auch Physiotherapeuten und Hebammen Patienten über Computer und Smartphone unterstützen können.

Auch das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) hat nach Ausbruch der Corona-Pandemie einen sprunghaften Anstieg der Videosprechstunden beobachtet – rund 1,7 Millionen zählte das Institut zwischen März und September 2020. «Im Vergleichszeitraum 2019 waren es praktisch null», sagt der ZI-Geschäftsführer Dominik von Stillfried. Allerdings hält er den Zeit- und Organisationsaufwand, den Ärzte mit Videosprechstunden haben, oftmals für ein beträchtliches Hindernis. «Für die Praxen sind Online-Kontakte sehr ineffizient im Vergleich zu den normalen Sprechstunden.»

Nach einer Umfrage des Digital-Branchenverbands Bitkom bieten rund 17 Prozent der Praxisärzte Videosprechstunden an. Weitere 40 Prozent können sich ein solches Angebot vorstellen. «Wir sehen hier eine extrem starke Offenheit», sagt…