von Eugen Epp

08.04.2021, 12:09 Uhr

Fußball-Nationalspieler Robin Gosens hat mit 26 Jahren seine Autobiografie geschrieben. Im stern-Interview spricht der Linksverteidiger von Atalanta Bergamo über den Rücktritt von Joachim Löw, A-Jugend-Spiele mit Alkoholpegel und seine Erfahrungen im Corona-Hotspot Bergamo.

stern:  Robin Gosens, zum Auftakt der WM-Qualifikation Ende März hat sich die Nationalmannschaft zum ersten Mal seit der Rücktrittsankündigung von Bundestrainer Joachim Löw wieder getroffen. War die Stimmung anders als sonst?
Robin Gosens: Es hat eher dazu geführt, dass wir noch näher zusammengerückt sind, weil wir das Gefühl haben, dass wir ihm ein schönes Abschiedsgeschenk machen müssen. Von daher ist die Grundstimmung gut.

Für die Öffentlichkeit kam die Ankündigung von Löw, nach der EM im Sommer aufhören zu wollen, eher überraschend. Hatte sich der Rücktritt für Sie abgezeichnet?
Das kam für uns genauso überraschend wie für alle anderen. Wir haben es zwar etwas eher erfahren, über unsere Chatgruppe mit der Nationalmannschaft – aber auch erst am gleichen Tag, an dem es bekanntgegeben wurde. Das war schon ein Schock. Für mich persönlich ist es vor allem deshalb schade, weil Joachim Löw mir mein Nationalmannschaftsdebüt ermöglicht hat. Dafür werde ich ihm ewig dankbar sein.

Überraschend kommt für viele auch, dass Sie eine Autobiografie geschrieben haben …
Das glaube ich (lacht.)

Das hätte man eher von Nationalspielern wie Manuel Neuer oder Toni Kroos erwartet. Warum war es Ihnen wichtig, mit 26 Jahren Ihr Leben aufzuschreiben?
Es ist eine Kombination aus zwei Dingen. Erstens bekomme ich von vielen suggeriert, dass mein Weg ganz anders verlief als bei den meisten Profis. Da habe ich mir gedacht, warum sollte ich diesen Weg nicht mal aufschreiben, wenn ich damit anderen Mut machen kann. Zweitens hatte ich den unbedingten Willen, mir…