500 Millionen Datensätze
Facebook-Megaleak: Der Konzern gibt den Nutzern die Schuld

Facebook-Konto gehackt? Das Unternehmen will daran nicht Schuld sein.

© Niall Carson / Picture Alliance

von Malte Mansholt

08.04.2021, 20:02 Uhr

500 Millionen Datensätze zu Facebook-Nutzern landeten gerade im Netz – inklusive Telefonnummern und Mail-Adressen. Das Unternehmen ist sich offenbar keiner Schuld bewusst. Und schiebt in einem Blogpost den Schwarzen Peter lieber den Nutzern zu.

Telefonnummern, Namen, Mail-Adressen und persönliche Infos zu 500 Millionen Menschen – für jeden im Internet herunterladbar. Das ist die erschreckende Bilanz des letzten Datenlecks bei Facebook. Nun hat sich der Konzern in einem Blogpost zum ersten Mal zu den Hintergründen geäußert. Und ist sich offenbar keiner Schuld bewusst.

Das zeigt schon der Einstieg des Blogposts. „Es ist wichtig zu verstehen, dass böswillige Akteure die Daten nicht bekommen haben, indem sie unsere Server gehackt haben, sondern indem sie sie von unserer Plattform abgegriffen haben“, betont der Konzern gleich im ersten Absatz. Und führt dann aus: „Dabei handelt es sich um eine Methode, mit automatisierter Software öffentliche Informationen aus dem Internet aufzusammeln, die dann in dieser Art verbreitet werden können. Die Daten, so suggeriert es der Post, seien also ohnehin immer öffentlich abrufbar gewesen.

Bloß keine Schuld

Die sich zunächst sehr nach Wortklauberei anhörende Unterscheidung zwischen Hack und Abfischen dürfte kein Versehen sein. Während bei einem Hack auch Facebook die Verantwortung für den Diebstahl der Daten tragen würde, wären für das Abfischen vor allem die Nutzer verantwortlich. Schließlich hätten die ihre Daten öffentlich angeboten, so die unterschwellige Unterstellung. Die Taktik ist nicht neu: Auch als Facebook über die Datenkrake Cambridge Analytica indirekt die…