Ein wenig ratlos steht Kyaw Zwar Minn vor dem Gebäude in der Charles Street in London, vor »seinem« Gebäude, wie er sagt. Der Botschafter Myanmars wurde aus seiner eigenen diplomatischen Vertretung ausgesperrt.

Kyaw Zwar Minn, Botschafter Myanmar
»Es ist eine Art Coup, mitten in London. Dieser Coup wird aber nicht gelingen.«

Der Diplomat wurde im vergangenen Monat von der Militärjunta abberufen, die sich am 1. Februar in Myanmar an die Macht geputscht hatte. Kyaw Zwar Minn hatte sich gegen das Militär gestellt und die Freilassung der entmachteten ehemaligen De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi gefordert, die seit dem Putsch unter Hausarrest steht. In London hat nun offenbar der Militärattaché Myanmars die Kontrolle über das Botschaftsgebäude übernommen.

Kyaw Zwar Minn, Botschafter Myanmar
»Sie halten mein Gebäude besetzt. Ich bin der Botschafter von Myanmar.«

Die Tür bleibt zu, Kyaw Zwar Minn wollte dennoch die »ganze Nacht« vor dem Haus bleiben.

Kyaw Zwar Minn, Botschafter Myanmar
»Das ist mein Gebäude. Ich muss dort hinein, deshalb warte ich jetzt hier.«

Der ausgesperrte Botschafter forderte die britische Regierung auf, zu intervenieren. Auch am Mittwoch gab es in Myanmar wieder Proteste gegen das Militärregime, dabei wurden mindestens 14 Demonstrierende getötet. Seit dem Putsch geht die Armeeführung äußerst brutal mit Tränengas, Gummigeschossen und scharfer Munition gegen friedliche Demonstrationen vor. Mindestens 580 Menschen wurden bislang getötet, darunter fast 50 Kinder.