Einen »Green Deal« für Europa hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Ende 2019 angekündigt. Umweltschützer fordern besonders im Agrarbereich Reformen – und sehen hier auch beim Thema Öffentlichkeitsarbeit viel Potenzial.

Greenpeace kritisiert, die EU-Kommission investiere zu viel Geld in Werbung für Fleisch- und Milchprodukte. Mehr als 250 Millionen Euro und damit rund ein Drittel des Werbebudgets für landwirtschaftliche Produkte seien zwischen 2016 und 2020 in solche Öffentlichkeitsarbeit geflossen, teilte die Umweltorganisation mit. Dies sei »inakzeptabel«.

Vergleichbare Kampagnen für Obst, Gemüse oder mehr pflanzliche Ernährung hätten im gleichen Zeitraum knapp 20 Prozent dieser Ausgaben ausgemacht. Zur Förderung von Bio-Produkten sei nur drei Prozent des Budgets ausgegeben worden.

Hintergrund der Kritik ist, dass vor allem konventionell hergestellte Fleisch- und Milchprodukte als besonders klimaschädlich gelten. Mit einer Agrarreform will die EU gegensteuern. Bislang richtet sich die EU-Förderung vor allem nach der Größe der Fläche, die ein Landwirt oder eine Landwirtin bewirtschaftet. Künftig soll ein höherer Anteil der Direktzahlungen an Landwirte an Umweltauflagen geknüpft werden.

Laut der Statistikbehörde Eurostat wurden 2019 8,5 Prozent der genutzten Agrarfläche für Bio-Landwirtschaft verwendet. Die EU-Kommission will, dass bis 2030 ein Viertel der Agrarfläche in der EU für Bio-Landwirtschaft genutzt wird. Gesamtziel des »Green Deals« ist es, dass Europa bis 2050 klimaneutral werden soll.