Sehen Sie im Video: Neugeborenes in Plastikfolie – unheimliche Corona-Schutzmaßnahme im Faktencheck.

Es sind Aufnahmen, die für Empörung und Aufregung in den sozialen Medien sorgen: Eine Mutter betrachtet ihr Neugeborenes – durch eine Plastikfolie. Dabei soll es sich nach Angaben zahlreicher Nutzer um eine Corona-Schutzmaßnahme handeln. Doch was hat es mit dem Video auf sich? Bei der Bahauptung, dass das Video eine Corona-Schutzmaßnahme zeige, handelt es sich um eine Falschmeldung. Der Clip wird offenbar aus dem Kontext gerissen, um Covid-19-Schutzmaßnahmen als überzogen und unmenschlich darzustellen. Das Video wird ursprünglich von Influencerin Melina Tesi auf TikTok gepostet. Aus den von ihr verwendeten Hashstags geht hervor, dass es sich bei den Aufnahmen um Bilder einer Kaiserschnittgeburt handelt. Auf Instagram kommentiert sie die Nutzung des Videos: „Die Leute benutzen mein Video, um ihre kranken Agenden voranzutreiben und das ist nicht okay (…) Es hat nichts mit Covid oder irgendwelchen anderen verdrehten Ideen zu tun.“ Die durchsichtige Plastikfolie dient im Rahmen der Kaiserschnitt-Operation nicht als Corona-Schutzmaßnahme. Stattdessen soll sie es Eltern ermöglichen, die Geburt ihres Kindes mit anzusehen. Mitarbeiter des Brigham and Women’s Hospitals aus Boston erklären bereits in einem Video aus dem Jahr 2013, dass sie die transparente Folie im Rahmen der sogenannten „Gentle-C“-Methode einsetzen. Also eine Art  „sanfter Kaiserschnitt“. So sollen Eltern trotz des Eingriffs möglichst viel sehen können. „Da ein Drittel der hier durchgeführten Geburten auf diese medizinische Art stattfindet, tun wir unser Möglichstes, um sie so natürlich wie möglich zu gestalten. Eine Sache, die wir nutzen sind durchsichtige OP-Vorhänge.“ – William Canmann, Direktor Geburtshilfe-Anästhesie, Brigham and Women’s Hospital Der Clip der vermeintlichen Corona-Schutzmaßnahme macht deutlich: Videos werden online immer wieder aus dem Kontext gerissen und für…