Globale Gesellschaft

In Reportagen, Analysen, Fotos, Videos und Podcasts berichten wir weltweit über soziale Ungerechtigkeiten, gesellschaftliche Entwicklungen und vielversprechende Ansätze für globale Probleme.

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Es ist ein Wettlauf mit der Zeit und bislang scheint nicht einmal sicher, ob überhaupt alle ins Ziel kommen. Seit Wochen werden Millionen Menschen in Europa geimpft, um die dritte Welle der Corona-Pandemie noch zu stoppen. Doch wer wann eine Impfung erhält, unterscheidet sich von Land zu Land oft erheblich. Während Großbritannien inzwischen fast die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung mindestens einmal geimpft hat, sind es in EU-Staaten wie Frankreich, Deutschland oder Spanien bislang weniger als 15 Prozent.

Unterschiede gibt jedoch nicht nur zwischen den Ländern – auch in den europäischen Gesellschaften tun sich Gräben auf. Denn das Covid-19-Virus gefährdet nicht nur ältere Bürgerinnen und Bürger, auch Arme, Obdachlose und Angehörige diskriminierter Gruppen sind ihm oft schutzlos ausgeliefert.

Die EU-Kommission hat im vergangenen Jahr sechs Gruppen benannt, die besonders geschützt werden sollen. Neben medizinischem Personal, Vorerkrankten und Senioren sind darunter auch sozio-ökonomisch benachteiligte Personen, Häftlinge und Migranten in Massenunterkünften. Die Liste sei »ohne besondere Reihenfolge«, wie die Kommission betont. Wer alles genau zu den Benachteiligten gezählt wird, müssen die Mitgliedstaaten selbst bestimmen.

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Warten auf Schutz: Migranten und Migrantinnen vor einem Impfzentrum in Belgrad

Foto: Marko Djurica / REUTERS

Doch in fast allen europäischen Ländern gibt es Hürden, die den besonders Schutzbedürftigen bislang den Zugang zu den Vakzinen erschweren. Manchmal sind es fehlende Sozialversicherungsnummer und Meldeadressen. Ein anderes Mal Sprachbarrieren oder Impf-Einladungen, die sich nur mit Computer oder Smartphone annehmen lassen. In…