Ein Sprecher des US-Außenministeriums teilte am Dienstag etwas vage mit, dass Gespräche mit Verbündeten über einen etwaigen Boykott der Spiele in China gewünscht seien. „Das ist etwas, das wir sicher diskutieren wollen“, sagte Sprecher Ned Price auf Nachfrage. Die Spiele seien noch „weit weg, aber wir werden uns weiterhin mit Verbündeten und Partnern beraten, um unsere gemeinsamen Sorgen zu definieren und eine gemeinschaftliche Herangehensweise zu finden“, so Price.

Kritik an Menschenrechtsverletzungen

Grund für die Überlegungen sind vor allem Menschenrechtsverletzungen zum Beispiel gegen die muslimische Minderheit der Uiguren. Im Februar hatte ein Bündnis von 180 internationalen Menschenrechtsgruppen und Vertretern von Minderheiten in China die Staatengemeinschaft aufgefordert, nicht an den Spielen im Februar 2022 teilzunehmen. „Alles andere wird als Unterstützung der autoritären Herrschaft und der unverhohlenen Missachtung von Bürger- und Menschenrechten durch die Kommunistische Partei Chinas angesehen“, hieß es in einem offenen Brief des Bündnisses.

IOC-Präsident Thomas Bach hält wenig von Boykottaufrufen (Archivbild)

Das Internationale Olympische Komitee mit dem deutschen Präsidenten Thomas Bach hat alle Boykott-Forderungen zuletzt zurückgewiesen. Im März sagte Bach, dass ein Boykott die „falsche Antwort auf solche Fragen“ sei. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, hatte einen Boykott im Februar kategorisch ausgeschlossen.

Es wäre nicht der erste Boykott

Sieben republikanische US-Senatoren riefen im Februar dazu auf, Peking die Spiele zu entziehen. Sie verwiesen auf die Verfolgung von Uiguren und Tibetern sowie Chinas Drohungen gegenüber Taiwan. Der Senator Rick Scott brachte dazu eine Resolution im Senat ein.

Die USA hatten bei den Olympischen Sommerspielen 1980 in Moskau einen Boykott aufgrund des Einmarschs der Sowjetunion in Afghanistan angeführt, zahlreiche Ostblockstaaten revanchierten sich vier Jahre später…