Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen beim EU-Gipfel in Ankara diplomatisch düpiert – per Sitzgelegenheit. Beim Pressetermin stand für von der Leyen kein Sessel bereit, sie musste mit der Sofakante vorliebnehmen. Ihr unüberhörbarer Kommentar:

Ursula von der Leyen, Präsidentin EU-Kommission
»Ähm.«

Das „Ähm“ hatte keine Folgen, und so begnügte sich von der Leyen mit dem Platz am Rand, während Erdogan und EU-Ratspräsident Charles Michel im Rampenlicht saßen. Das Spitzentreffen ist Teil des Neustarts der eher frostigen Beziehungen zwischen der Türkei und der EU. Zumindest DIESE Bilder sehen nicht nach Tauwetter aus.

Eric Mamer, Sprecher EU-Kommission
»Die Präsidentin war eindeutig überrascht, das sieht man auf den Videobildern. Aber lassen Sie mich Folgendes klarstellen: Wie sehr sie auch immer überrascht war, entschied sie sich – und ich denke, das ist der richtige Ansatz – dafür, die Inhalte über Protokollfragen zu stellen. Das ist sicherlich das, was die Bürger der EU von ihr erwarten würden. Meine Aufgabe ist es nicht, zu bewerten, was hinter dem Angebot der einen oder anderen Sitzgelegenheit steckte.«

Von der Leyen machte bei dem Treffen deutlich, dass sie auch in Zukunft negative Entwicklungen in der Türkei kritisieren werde – in Sachen Sitzgelegenheit hatte sie das dann ja auch gleich vorgeführt:

Ursula von der Leyen, Präsidentin EU-Kommission
»Ähm.«