Der norwegische Pensionsfonds investiert zum ersten Mal in Infrastruktur für erneuerbare Energien. Für 1,375 Milliarden Euro erwirbt der Staatsfonds die Hälfte an dem niederländischen Offshore-Windpark Borssele 1 & 2. Das teilte die norwegische Zentralbank mit, die den Fonds verwaltet.

Verkauft werden die Anteile vom dänischen Energiekonzern Ørsted, der die andere Hälfte behält und den Park auch weiter betreibt. Eine Vereinbarung wurde nach Angaben beider Seiten schon unterzeichnet, abgeschlossen wird der Verkauf im zweiten oder dritten Quartal.

Ørsted gilt als Weltmarktführer bei der Offshore-Windenergie. Der Windpark rund 23 Kilometer vor der Nordseeküste der Niederlande produziert nach Ørsted-Angaben mit seinen 94 Turbinen genug Energie, um jährlich knapp eine Million niederländische Haushalte mit grünem Strom zu versorgen.

Der Staatliche Pensionsfonds Ausland, wie der norwegische Fonds offiziell heißt, fungiert als Versicherung für künftige Generationen, wenn nicht mehr nach Öl gebohrt werden kann. Er wird mit den Einnahmen aus der norwegischen Öl- und Gasförderung gefüttert, von der Zentralbank im Auftrag des Finanzministeriums verwaltet und investiert in Tausende Unternehmen weltweit, darunter in Großkonzerne wie Microsoft, Apple und Amazon. Der Marktwert des Fonds, der als einer der größten Staatsfonds der Welt gilt, liegt derzeit bei etwa 11,1 Billionen norwegischen Kronen, umgerechnet rund 1,1 Billionen Euro.

Der Fonds ist mit seiner neuen Anlagestrategie in guter Gesellschaft. Im Rahmen der sogenannten Divestment-Bewegung haben weltweit bereits Tausende Firmen und Institutionen Billionen von Dollar aus dem Öl-, Gas- und Kohlesektor abgezogen und stattdessen teils in grüne Technologien investiert. Anleger sorgen sich aufgrund der Bestrebungen vieler Staaten, CO2-Emissionen zu reduzieren, vor hohen Abschreibungen auf ihre fossilen Investments.