Der Pharmahersteller Moderna und das Bundesgesundheitsministerium dementieren Berichte über einen angeblich bevorstehenden Lieferausfall Hunderttausender Dosen Moderna-Impfstoff.

»Die April-Lieferungen sind auf dem Weg, die zuvor den Regierungen mitgeteilten Dosis-Spannen einzuhalten«, sagte eine Moderna-Sprecherin dem SPIEGEL. Moderna habe sich festgelegt, alle für das Quartal vereinbarten Liefervereinbarungen mit der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten zu erfüllen. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums von Jens Spahn (CDU) teilte mit: »Moderna hat uns gegenüber keine Änderung von Lieferplänen kommuniziert.«

Aus dem bayerischen Staatsministerium für Gesundheit hieß es, man habe von dem angeblichen Lieferausfall auch nur aus den Medien erfahren. Bayern hat in diesem Jahr den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz. Am Nachmittag wollen die Gesundheitsminister der Länder in einer Schalte auch über dieses Thema sprechen.

Am Mittwochvormittag hatte die Webseite »Business Insider« unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, dass eine für Ende April vorgesehene Charge von Moderna für Deutschland ausfallen werde. Laut Bundesgesundheitsministerium sollen dann zwischen 627.600 und 878.400 Dosen des mRNA-Impfstoffs geliefert werden.

Der Lieferausfall wäre ein Rückschlag für die Impfkampagne gewesen; zurzeit werden pro Tag in Deutschland meist zwischen 250.000 und 300.000 Dosen aller Sera verimpft. Glaubt man den Angaben von Moderna, steht diese Lieferung aber ebenso wenig infrage wie eine für die kommende Woche zugesagte Charge über 446.400 bis 548.000 Dosen.

Bei keinem anderen Impfstoff sind die unverimpften Bestände so hoch wie bei diesem. Laut Robert Koch-Institut wurden bundesweit bislang gerade einmal 806.000 Moderna-Dosen gespritzt, das sind gerade einmal 45 Prozent der bislang gelieferten 1,761 Millionen Dosen. Diese Quote ist noch niedriger als bei dem umstrittenen AstraZeneca-Impfstoff – obwohl das Moderna-Serum als hochwirksam gilt und…