Laschets Brückentage

Wie man jemanden auflaufen lässt? Armin Laschet kann davon erzählen, ihm ist es soeben passiert. Nachdem er fünf Tage lang nachgedacht hat, hat er zwei Vorschläge gemacht, einer hieß »Brücken-Lockdown«. Zwei bis drei Wochen müsse man das öffentliche Leben runterfahren, um die dritte Coronawelle zu bekämpfen, sagte der CDU-Vorsitzende, danach sei man mit dem Impfen schon weiter als heute.

Es war kein revolutionärer Vorschlag, so oder so ähnlich predigen es seit Wochen ernst zu nehmende Wissenschaftler, auch die Kanzlerin denkt an Verschärfungen und signalisierte Offenheit für die Idee.

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Armin Laschet in der Defensive

Foto: Lukas Schulze / Getty Images

Es war ein Eingeständnis Laschets, eine Unterwerfung nach der öffentlichen Rüge der Kanzlerin bei »Anne Will«. Es war auch eine Umkehr in seiner Pandemiebekämpfung, der man in der Partei hätte Respekt zollen können. Schließlich stellen sich andere aus der Union bewusst quer zum Kanzleramt und der herrschenden Wissenschaftsmeinung: In Saarbrücken versah Tobias Hans (CDU) sein Bundesland kurzerhand mit dem Etikett »Modellprojekt« und öffnete Gastronomie und Fitnessstudios für Getestete.

Armin Laschet aber stand am Dienstag allein auf weiter Flur.

Das liegt an zwei Dingen: Sein Vorschlag war reichlich unkonkret. Was ein Lockdown für die Schulen bedeute, was der Appell zu mehr Homeoffice für die Betriebe? Der CDU-Chef blieb nebulös.

Zweitens: Er machte noch einen weiteren Vorschlag. Die nächste Runde der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin müsse vorgezogen werden. Daraufhin stimmten dem CDU-Chef ein paar treue Parteisoldaten zu, wie Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, andere, vor allem aus der SPD, widersprachen.

Die meisten aber, und das war wohl das bitterste, schwiegen. Klarer kann ein Autoritätsverlust kaum dokumentiert werden.

Armin Laschet entkommt dem Sumpf nicht mehr, in dem er steckt. Im Gegenteil, jeder…