Die führenden Wirtschaftsnationen (G20) wollen den ärmsten Ländern der Welt angesichts der Corona-Krise einen weiteren Aufschub bei Zins- und Tilgungszahlungen geben. Das Schuldenmoratorium werde bis Jahresende verlängert, kündigte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) nach Beratungen mit seinen G20-Amtskollegen an. So sollen die Länder mehr Spielraum für Investitionen zur Bekämpfung der Pandemie bekommen.

Der Aufschub allein reiche allerdings nicht, betonte Scholz. Nötig sei auch, manchen Ländern die Schulden zu erlassen. Dabei sollten private Gläubiger mindestens ebenso stark einbezogen werden wie die Gläubigerländer.

Die Finanzminister der G20-Staaten seien sich zudem einig gewesen, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) bald eine Finanzspritze bekommen solle. Im Gespräch seien 650 Milliarden Dollar, sagte Scholz. Auch dieses Geld soll unter anderem Schwellen- und Entwicklungsländern mehr Spielräume zur wirtschaftlichen Entwicklung und Bekämpfung der Corona-Pandemie geben.

Scholz plädierte zudem dafür, dass Impfstoffe gegen das Coronavirus fair auf der ganzen Welt verteilt werden. Derzeit gebe es noch eine Finanzierungslücke, mehr Länder müssten sich stärker an den internationalen Impfprogrammen beteiligen.

Globale Steuerreform im Sommer

Die führenden Wirtschaftsnationen (G20) peilen zudem bis Juli eine weltweite Steuerreform an. Das sagte Italiens Finanzminister Daniele Franco nach einem Onlinetreffen mit seinen Kollegen aus der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer.

Die Steuerfragen seien ein komplexes Thema. Aber man wollte dazu bis zum nächsten Finanzministertreffen zu Ergebnissen kommen, sagte er. Die kommende Runde ist für den 9. und 10. Juli in Venedig geplant. Italien hat aktuell 2021 den Vorsitz der G20-Staaten.

Die diskutierte globale Abgabenreform besteht aus zwei Säulen: einer Mindeststeuer für international tätige Konzerne und einer Digitalsteuer, durch die Internet-Riesen wie Amazon, Google oder Apple nicht nur am…