Trotz sehr seltener Fälle von Hirnthrombosen empfiehlt die EU-Arzneimittelbehörde Ema uneingeschränkt die Anwendung des Coronaimpfstoffes von AstraZeneca. Der Nutzen des Wirkstoffes sei höher zu bewerten als die Risiken, erklärte die Ema am Mittwoch in Amsterdam.

»Covid-19 ist eine sehr schwere Erkrankung«, sagte die Ema-Chefin Emer Cooke bei einer Pressekonferenz. Der Impfstoff von AstraZeneca liefere einen effektiven Schutz vor Covid-19, »wir müssen alle verfügbaren Impfstoffe nutzen, um Erkrankungen zu verhinden.«

Am Dienstag hatte die Ema bereits bestätigt, dass sie einen ursächlichen Zusammenhang sieht zwischen dem Coronaimpfstoff von AstraZeneca und den sehr selten auftretenden Blutgerinnseln. Dabei handelt es sich um sogenannte Sinusvenenthrombosen, also Blutgerinnseln in den Hirnvenen. Ein geringer Prozentsatz von Geimpften hatte 4 bis 16 Tage nach der Impfung eine solche Sinusvenenthrombose entwickelt. »Wir können mittlerweile sagen, dass es klar ist, dass es einen Zusammenhang mit dem Impfstoff gibt«, hatte der Chefstratege der Ema-Impfabteilung, Marco Cavaleri, im Interview mit der italienischen Zeitung »Il Messaggero«.

Bisher hatte die Ema den von der Oxford-Universität und dem britisch-schwedischen Konzern entwickelten Impfstoff wiederholt als sicher und wirksam empfohlen und betont, der Nutzen des Vakzins überwiege deutlich mögliche negative Folgen. Ein kausaler Zusammenhang zwischen der Impfung und den Blutgerinnseln sei »möglich«, allerdings gebe es dafür keinen Beweis. Auch der britisch-schwedische Hersteller betont dies.

Forscher von der Universität Greifswald haben bei der Ursachensuche für die Blutgerinnsel spezielle Antikörper im Blut der Betroffenen gefunden, die sich gegen körpereigene Blutplättchen richten. Die Blutplättchen sind für die Blutstillung und -gerinnung von zentraler Bedeutung. Die gefundenen Antikörper könnten dazu führen, dass die Blutplättchen im Blut verklumpen und Blutgerinnsel bilden.

So wie viele…