Chinas Präsident Xi Jinping hat in einem Telefongespräch mit Kanzlerin Angela Merkel gegenseitigen Respekt zwischen der EU und seinem Land verlangt. Die EU und China sollen »Störungen eliminieren«, sagte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua in dem Gespräch. Die Beziehungen stünden vor »verschiedenen Herausforderungen«, und er hoffe auf einen Ausbau der Zusammenarbeit mit Deutschland und der Europäischen Union. Der Schlüssel sei aber, entschieden einen Kurs einzuschlagen, der sich an einer strategischen Perspektive und gegenseitigem Respekt orientiere und »Einmischung ausschließt«.

Das Gespräch erfolgte zwei Wochen, nachdem die Europäische Union erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten wieder Sanktionen wegen Verletzungen der Menschenrechte gegen China verhängt hatte. Sie richten sich gegen Verantwortliche für die Verfolgung der muslimischen Minderheit der Uiguren in Nordwestchina. Die USA, Großbritannien und Kanada ordneten ebenfalls Strafmaßnahmen an.

Menschenrechtsgruppen schätzen, dass Hunderttausende Uiguren oder Mitglieder anderer Minderheiten in der chinesischen Region Xinjiang in Umerziehungslager gesteckt worden sind. Die Regierung in Peking spricht von Fortbildungszentren und weist den Vorwurf der Unterdrückung zurück.

Chinas Führung beklagte nach den Strafmaßnahmen eine »Einmischung in innere Angelegenheiten« und verhängte noch weitgehendere Gegensanktionen gegen deutsche und andere europäische Politiker, Experten und Institutionen.

Die USA haben zudem einen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 wegen der Uiguren-Frage ins Gespräch gebracht und erklärt, sie wollten sich dabei mit ihren Verbündeten absprechen. Die Bundesregierung hielt sich bedeckt. »Es gilt die Autonomie des Sports«, sagte eine Sprecherin des zuständigen Innenministeriums. Der olympische Sportbund könne selbst entscheiden, an welchen Wettkämpfen er teilnehme oder nicht. »Im Übrigen finden natürlich fortlaufend Gespräche mit all unseren…