Sehen Sie im Video: Familie Santos gehört zu den durch Corona verarmten Brasilianern – und leidet Hunger.

Das ist die Familie von Jose Santos. Sie gehören zu den 17 Millionen Brasilianern, die durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie unter die Armutsgrenze gerutscht sind. Hier in Rio de Janeiro und im Rest des Landes hat sich die Zahl der Betroffenen in diesem Jahr verdreifacht. Einer jüngst veröffentlichten Studie zufolge haben nun rund 13 Prozent der Menschen im Land zum Leben umgerechnet weniger als 37 Euro pro Kopf und Monat zur Verfügung. Eine Nachbarin der Familie Santos bringt es auf den Punkt: „Wir haben nichts, kein Fleisch, kein Huhn, kein Fisch. Nur Reis und Bohnen.“ Die Menschen leiden Hunger. Als Ursache geben die Macher der Studie eine Destabilisierung staatlicher Hilfszahlungen an. Eine Folge der Pandemie, so Marcelo Nery, Direktor der Stiftung Getulio Vargas, die Studie veröffentlicht hat. „Hilfszahlungen können die Symptome lindern, stellen aber keine dauerhafte Lösung dar. Impfungen sind die Lösung. Solange die nicht verfügbar sind, müssen wir den Menschen erlauben, zu Hause zu bleiben, um Kontakte zu vermeiden. Allein in den vergangenen vier Monaten konnten wir einen Anstieg der Armut feststellen, der die Gesundheit der Menschen verschlechtert.“ Zwischen April und Dezember hatten fast 66 Millionen Brasilianer Zahlungen der Regierung erhalten. Die Nothilfe dämpfte die Folgen der Pandemie und bescherte Präsident Bolsonaro eine Popularitätsschub. Doch die Zahlungen versiegten und die Lage spitzt sich seit Dezember weiter zu. Rodrigo Afonso ist Direktor einer Nichtregierungsorganisation, die die Menschen mit Lebensmitteln versorgt. Er sieht es so: „Die Pandemie ist nicht die Ursache des Hungers. Der war schon lange vorher da. Der Hunger wuchs bereits als die Pandemie zuschlug. Die hat die Arbeitslosigkeit verstärkt und damit die Armut, die dann wiederum mehr Hunger verursacht.“ Die Lage dürfte sich – angesichts einer aggressiveren…