Alexej Nawalny leidet nach eigenen Angaben unter Schmerzen, starkem Husten und Fieber (lesen Sie hier mehr). Seit März ist der 44-jährige Kremlkritiker im berüchtigten Straflager Pokow inhaftiert, kürzlich trat er in den Hungerstreik. Das Auswärtige Amt fordert nun die Freilassung.

»Herr Nawalny ist jetzt widerrechtlich und im Widerspruch zu einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in einem Straflager inhaftiert«, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. »Unsere Erwartung ist ganz klar, dass Herr Nawalny freizulassen ist.« Berichte über den schlechten Gesundheitszustand des Kremlkritikers bezeichnete er als »beunruhigend«.

Der außenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Bijan Djir-Sarai, sprach sich ebenfalls für Nawalnys Haftentlassung aus. »Deutschland und die Europäische Union müssen nun den Druck auf Russland viel stärker erhöhen«, forderte er.

Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte Nawalnys sofortige Freilassung. Seine Inhaftierung sei »willkürlich und politisch motiviert«, erklärte der Amnesty-Generalsekretär in Deutschland, Markus N. Beeko. »Die Haftbedingungen im Straflager und sein Gesundheitszustand sind sehr besorgniserregend.« Die russischen Behörden müssten umgehend Ärzten, denen Nawalny vertraue, Zugang zu ihm ermöglichen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte bereits im Februar Nawalnys Freilassung gefordert, da er das Leben des Oppositionellen in Gefahr sah. Russland lehnte dies jedoch ab.

Nawalny war nach einer Vergiftung in Russland im vergangenen Jahr in Deutschland im Krankenhaus behandelt worden, nach seiner Rückkehr nach Moskau wurde er jedoch umgehend festgenommen und dann zu Straflager-Haft verurteilt. Der Oppositionelle macht den russischen Geheimdienst und den Kreml für den Giftanschlag verantwortlich.