Russland lehnt Sanktionen gegen die Militärjunta in Myanmar ab. Druck gegen die handelnden Behörden Myanmars sei gefährlich und treibe das Volk in einen Bürgerkrieg, teilte das russische Außenministerium der Nachrichtenagentur Interfax mit. »Eine solche Linie trägt nur dazu bei, die Parteien gegeneinander aufzuhetzen.«

Seit dem Militärputsch Anfang Februar gibt es in Myanmar anhaltende Proteste. Die Sicherheitskräfte gehen mit großer Brutalität gegen die Demonstranten vor. Nach jüngsten Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden mindestens 564 Menschen getötet. Fast 2700 Menschen sitzen demnach im Zuge des Putsches in Haft.

Russland will Beziehungen zu Myanmar vertiefen

Der Uno-Sicherheitsrat hatte das Militär in der vergangenen Woche in einer Dringlichkeitssitzung zur Zurückhaltung aufgerufen. Die Sondergesandte für das Land hatte an den Sicherheitsrat appelliert, »eine Katastrophe im Herzen Asiens zu verhindern«. Ein Bürgerkrieg stehe bevor. Die USA arbeiten nach eigenen Angaben an Sanktionen.

Russland hatte in der Krise in Myanmar angekündigt, seine Beziehungen zu dem Land ausbauen zu wollen. Moskau wolle die Zusammenarbeit auch in militärischer Hinsicht fortsetzen, hieß es. Russlands stellvertretender Verteidigungsminister Alexander Fomin und weitere hohe Beamte hatten vor einer Woche an einer Militärparade in Myanmar teilgenommen. Am selben Tag waren mehr als einhundert Demonstranten getötet worden.