Personelle Konsequenzen
Hedgefonds-Ausfall brockt Credit Suisse Verlust ein

Der Sitz der Schweizer Großbank Credit Suisse in Zürich. Foto: Gaetan Bally/KEYSTONE/dpa

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Die Turbulenzen bei einem US-Hedgefonds sorgen beim zweitgrößten Schweizer Kreditinstitut für einen Verlust. Jetzt müssen auch zwei Spitzenmanager der Credit Suisse gehen.

Der Ausfall eines US-Hedgefonds kommt die zweitgrößte Schweizer Bank Credit Suisse teuer zu stehen. Die Belastung dürfte sich auf etwa 4,4 Milliarden Schweizer Franken (4 Mrd Euro) belaufen, teilte das Institut am Dienstag in Zürich mit.

Für das erste Quartal rechnet das Management vor Steuern mit einem Verlust von etwa 900 Millionen Franken. Zwei hochrangige Manager verlieren ihre Jobs. Zudem gab die Credit Suisse bekannt, dass die Konzernleitung auf Boni verzichtet, der Rückkauf eigener Aktien ausgesetzt und die Dividende gekappt wird.

Das Hedgefonds-Debakel ist für die hinter der UBS zweitgrößte Bank der Schweiz der zweite Fehlschlag in diesem Jahr. Zuvor hatte die Pleite des britisch-australischen Finanzkonglomerats Greensill Capital die Credit Suisse getroffen. Derzeit versucht die Bank, möglichst viel Geld zugunsten der Anleger mehrerer Lieferketten-Finanzierungsfonds zu retten, die sie gemeinsam mit Greensill aufgelegt hatte.

Der Verlust durch den Zusammenbruch des US-Hedgefonds sei «inakzeptabel», sagte Konzernchef Thomas Gottstein. Zusammen mit der Auflösung der Lieferketten-Finanzierungsfonds habe dies zu Verunsicherung geführt. Beide Angelegenheiten würden eingehend untersucht, und die Bank werde daraus ihre Lehren ziehen.

Jetzt sollen die Anteilseigner bei der Hauptversammlung am 30. April nicht wie geplant über die Entlastung von Verwaltungsrat und Konzernleitung abstimmen. Das Institut will damit erst an die Anteilseigner herantreten, wenn die…