Parlamentswahl in Grönland
Nicht zum Verkauf, aber offen für Geschäfte

Ein Plakat eines Kandidaten der Parlamentswahl hängt an einem Laternenmast im grönländischen Nuuk. Foto: Emil Helms/Ritzau Scanpix/dpa

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Nein, Grönland ist nicht zu verkaufen. Die Menschen auf der größten Insel der Welt haben ohnehin genug mit sich selbst zu tun. Es geht um Fisch, Uran und Flughäfen. Jetzt wird vorzeitig gewählt.

Wenn Donald Trump ein großes Geschäft wittert, dann muss viel Geld und Einfluss im Spiel sein: Als der damalige US-Präsident im Sommer 2019 vorschlug, Grönland kaufen zu wollen, führte das zu viel Kopfschütteln im Königreich Dänemark, zu dem die größte Insel der Erde offiziell gehört.

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen sprach von einer «absurden Diskussion», und Trump sagte wegen dieser Aussage beleidigt eine Reise nach Kopenhagen ab. Trumps Präsidentschaft war um ein bizarres Kapitel reicher – und Grönland hatte es ausnahmsweise in den Fokus der Weltöffentlichkeit geschafft.

Dort findet man die kleine Nation mit ihrer riesigen Insel sonst eher selten. Selbst die zunehmend sichtbaren Auswirkungen der Klimakrise und das Ringen der Großmächte USA, Russland und China um Einfluss in der Arktis haben daran bislang nur begrenzt etwas geändert.

Nun wird in diesem abgeschiedenen Erdteil gewählt, und zwar gleich dreimal: Neben Kommunal- und Gemeindewahlen findet am Dienstag auch eine um ein Jahr vorgezogene Parlamentswahl statt. Die Wahllokale sind bis 20.00 Uhr Ortszeit geöffnet – in Deutschland ist es dann bereits Mitternacht. Ein Wahlergebnis dürfte am Mittwoch feststehen.

Grund für die Neuwahl ist der Zusammenbruch der Regierungskoalition. Der seit 2014 regierende Sozialdemokrat Kim Kielsen hatte im November 2020 den Vorsitz seiner Partei Siumut an seinen internen Widersacher…