Auf der stark befahrenem Suezkanal ist es erneut zu einem Zwischenfall gekommen. Der Schiffsverkehr verlangsamte sich am Dienstag, nachdem der Öltanker »Rumford« im Süden des Kanals Schwierigkeiten bekam, berichteten die Webseiten MarineTraffic und TankerTrackers.

Laut Angaben der Nachrichtenagentur Reuters hat das Schiff Maschinenprobleme bekommen, woraufhin Schlepper zu Hilfe geschickt worden sind. Die ägyptische Behörde Suez Canal Authority (SCA) erklärte gegenüber Reuters, das Problem habe nur zehn Minuten gedauert und sei inzwischen behoben.

Ende März hatte die Havarie des Containerschiffes »Ever Given« den Suez-Kanal tagelang lahmgelegt, wodurch sich mehr als 400 Schiffe auf beiden Seiten der Wasserstraße stauten. Das 400 Meter lange Containerschiff hatte sich bei starkem Wind verkeilt, was zu Verzögerungen im Welthandel und in den Lieferketten führte. Weil darunter auch Öltanker waren, stieg der Ölpreis zwischenzeitlich. Am Montag vergangener Woche wurde die »Ever Given«, die eines der größten Containerschiffe der Welt ist, freigeschleppt. Damit konnte der Verkehr wieder aufgenommen werden.

Der 193 Kilometer lange Suezkanal ist der kürzeste Schifffahrtsweg zwischen Europa und Asien. Dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge fahren 98 Prozent der Containerschiffe durch den Suezkanal, wenn sie zwischen Deutschland und China unterwegs sind. Die Volksrepublik ist seit Jahren Deutschlands wichtigster Handelspartner mit einem gegenseitigen Volumen von mehr als 212 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Etwa acht bis neun Prozent der gesamten deutschen Warenimporte und -exporte gehen durch den Suezkanal.