Nordkorea hat seine Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Tokio abgesagt. Das Sportministerium begründete die Entscheidung  auf seiner Website mit dem Schutz der Athleten vor der „globalen Gesundheitskrise, die durch das Coronavirus verursacht wurde“.

Nordkorea ist eines der wenigen Länder, das noch keinen einzigen Corona-Fall gemeldet hat. Pjöngjang hatte aus Furcht vor einer Einschleppung des Virus seine Grenzen im vergangenen Jahr schon frühzeitig geschlossen. Beobachter gehen aber davon aus, dass es in dem Land bereits zu Erkrankungen gekommen ist.

Südkorea bedauert Absage

Südkoreas Vereinigungsministerium äußerte sein Bedauern wegen der Olympia-Absage des abgeschotteten Nachbarlandes. „Die Regierung hat gehofft, durch die Olympischen Spiele in Tokio den Frieden auf der koreanischen Halbinsel sowie die Aussöhnung und Kooperation zwischen beiden Koreas voranzubringen.“ Es sei bedauerlich, dass sie dies wegen der Pandemie nicht könne, hieß es.

Beide koreanischen Staaten hatten die Olympischen Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang genutzt, um ihre politisch schwierige Annäherung zu fördern. Der Sport ist dabei von den Sanktionen gegen Nordkorea, die der UN-Sicherheitsrat wegen des Atomwaffenprogramms des Landes verhängt hatte, so gut wie unberührt.

Cheerleaders aus Nordkorea schwenken Flaggen bei Olympischen Spielen in Südkorea

In Pyeongchang war Nordkorea mit 22 Athleten dabei, darunter auch zwölf Eishockey-Spielerinnen für eine gemeinsame Mannschaft mit Südkorea. Machthaber Kim Jong Un schickte zur Eröffnungs- und Schlussfeier hochrangige Delegationen sowie für das Rahmenprogramm ein großes Orchester und eine Taekwondo-Showtruppe. Danach wurde der bilaterale Sportaustausch zunächst ausgebaut.

Rückschlag für gemeinsame Bewerbung

Doch weil die Annäherung zwischen beiden Seiten derzeit stockt, kommt auch der Austausch im Sport und anderen Bereichen nicht voran. Auch das beim Gipfel verkündete Vorhaben, sich gemeinsam für die…