1. Beim Arzt

Beginnen wir die verkürzte Arbeitswoche mit der besten Corona-Nachricht, die wir gerade zu bieten haben: In Deutschland impfen ab heute auch Hausärztinnen und Hausärzte mit. Aber weil wir offenbar ein Land der Dichter und vor allem Denker sind, ergeben sich daraus auch allerhand Fragen: Wie läuft das ab? Muss man sich anmelden? Welche Reihenfolge gilt, und ist überhaupt genügend Impfstoff da? Das alles haben wir versucht hier erschöpfend zu beantworten.

Dabei ist es wichtig zu wissen: Auch für die Hausarztpraxen gilt die vom Bundesgesundheitsministerium festgelegte Impfreihenfolge, die bestimmt, wer zuerst geimpft werden darf. Dennoch, wie die Hausärzte Impftermine vergeben, können die Praxen selbst regeln.

2. Beim Wort

Mit einem Kollegen habe ich heute über den Begriff »Brücken-Lockdown« diskutiert, hinter dem sich die Forderung von CDU-Chef Armin Laschet nach einem harten und kurzen Lockdown verbirgt. Ich konnte damit nichts anfangen und musste sofort an »Brückentechnologie« denken, also an eine halb fertige Idee, bis irgendjemandem etwas Besseres einfällt. Mein Kollege fand die Wortkonstruktion hingegen gelungen: ein Lockdown, nicht um seiner selbst willen, sondern mit einem Ziel und einer Perspektive. Ungünstigerweise sprang ihm dann noch Linksfraktionschef Dietmar Bartsch zu Seite, der sie »ein schönes Wort aus der PR-Kiste« nannte. Mag sein. Genau das ist wohl auch der Kern meines Widerwillens.

Mit seinem Vorschlag kommt Laschet nämlich nicht nur »arg spät auf diese Coronaparty«, wie es meine Kollegin Melanie Amann heute schrieb, sondern es ist auch ein arg durchschaubarer PR-Stunt, den er hier nach einem misslungenen Lanz-Interview und dem bevorstehenden Kampf um die Kanzlerkandidatur abliefert. Keine Sekunde glaubt man, dass hier nach gründlichem Nachdenken eine Strategie für passende Coronamaßnahmen gefunden wurde. Laschet wollte einen neuen Impuls setzen. Weil man das vielleicht so macht, wenn man Kanzler werden will. Weil einem…