#StopFundingHate
Nach stern-Recherchen: Weitere Firmen stoppen Werbung auf rechten Seiten

von Johannes Röhrig

06.04.2021, 18:52 Uhr

Nach Recherchen des stern haben Unternehmen wie Opel und TUI ihre automatisiert geschalteten Anzeigen auf rechtsextremen Webseiten gestoppt. Nun folgen ihnen weitere Firmen – darunter De’Longhi und XXXLutz.

Nach Konzernen wie Adidas, Opel und VW stoppt eine Reihe weiterer Firmen Anzeigenschaltungen auf rechtspopulistischen Webseiten. So teilten die Hersteller Weber (Grillgeräte) und De’Longhi (Kaffeemaschinen) sowie die Möbelhauskette XXXLutz nun auf stern-Anfrage mit, umstrittene Seiten wie „Breitbart“ oder „Epoch Times“ künftig für Anzeigenschaltungen zu blockieren. Zuletzt waren automatisiert ausgespielte Kampagnen großer Markennamen wiederholt auch auf extremistischen Webseiten gelandet. Zunächst hatte VW zugesichert, derartige Werbung zu unterbinden, jüngst waren Adidas und Opel gefolgt. 

Die Firmen reagieren damit auch auf eine Initiative namens #StopFundingHate, die es sich im Netz zum Ziel gesetzt hat, rechtslastigen Websites finanziell das Wasser abzugraben. Die Aktion wurde von den Werbe-Fachleuten Thomas Koch und Michael Maurantonio ins Leben gerufen. Die beiden hatten über Wochen Anzeigen auf Online-Angeboten des rechten Spektrums dokumentiert und dabei festgestellt, dass dort immer wieder bekannte Markenhersteller sowie Institutionen werben – und dadurch die Medieninhalte indirekt mitfinanzieren. Sogar das Schulministerium Nordrhein-Westfalens war mit einer Lehrerkampagne auf einer dieser Seiten präsent.

Prominent platziert: Werbung für De’Longhi auf der „Epoch Times“

© Screenshot / stern

Die Werbeschaltungen erfolgen in der Regel nicht gezielt auf den umstrittenen Seiten. Sie sind das Resultat vollautomatisierter Kampagnen-Steuerung, die sich nach Online-Nutzerprofilen ausrichtet. Wenn Werbungtreibende…