Wie soll entschieden werden, wer als Kanzlerkandidat für die Union in den Wahlkampf geht? Und vor allem: Wer entscheidet? Mehrere CDU-Abgeordnete fordern im SPIEGEL, die Hängepartie mit einer Abstimmung in der Bundestagsfraktion zu beenden. Zu den Befürwortern dieser Lösung gehört etwa der Bundestagsabgeordnete Michael von Abercron. Eine so wichtige Entscheidung müsse eigentlich über ein Votum der Mitglieder erfolgen. »Weil dies für beide Parteien so kurzfristig wahrscheinlich nicht mehr möglich und auch satzungsrechtlich zumindest unklar ist, wäre eine Abstimmung über das Meinungsbild der gesamten CDU/CDU-Fraktion sicher transparenter und weniger willkürlich«, sagte von Abercron.

Auch der Abgeordnete Stefan Sauer spricht sich für eine Abstimmung aus. »Die Politik wird in den 299 Wahlkreisen sehr unterschiedlich erlebt. Die Fraktion ist daher ein guter Resonanzboden, wenn es darum geht die Stimmung im Land zu beschreiben und personelle Entscheidungen zu treffen.«

Der Abgeordnete Andreas Mattfeldt bevorzugt ein Mitgliedervotum, unterstützt aber auch eine Abstimmung in der Fraktion und auch der Thüringer Johannes Selle hält eine Befragung der Bundestagsfraktion für den richtigen Weg.

Auch in Laschets eigenem Landesverband gibt es entsprechende Forderungen. So sagt die nordrhein-westfälische Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel, die Union hege für sich den Anspruch eine moderne Partei zu sein: »Dazu passt wirklich nicht ein Auskungeln des Kandidaten im Hinterzimmer.« Eine Demokratie benötige auch demokratische Verfahren. »Wenn der beste Weg, nämlich die Mitglieder zu befragen, nicht geht, dann sollte wenigstens die Fraktion ein Mitspracherecht haben. Denn gerade die Fraktionsmitglieder müssen diese Richtungswahl bestehen«, sagt Pantel.

Klaus-Peter Willsch, Bundestagsabgeordneter aus Baden-Württemberg, kann einer Abstimmung ebenfalls etwas abgewinnen. Er habe zuletzt häufiger darüber nachgedacht. Die gemeinsame Bundestagsfraktion sei neben der Jungen…