Mehr als ein Jahr nach dem Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine in Iran hat ein Militärgericht Anklage gegen zehn Offiziere erhoben. Dies berichtete die iranische Nachrichtenagentur Isna am Dienstag. Zu den Hintergründen der Anklage und den Vorwürfen waren zunächst keine Details bekannt. Dem Staatsanwalt zufolge werde jedoch bald ein Urteil im Prozess erwartet.

Die ukrainische Boeing-Maschine war am 8. Januar 2020 irrtümlich kurz nach dem Start in Teheran von der iranischen Luftabwehr abgeschossen worden. Alle 176 Insassen wurden dabei getötet. Die Opfer kamen vor allem aus der Ukraine und Iran sowie aus Kanada, Afghanistan, Großbritannien und Schweden.

In einem 285-seitigen Abschlussbericht letzten Monat sprach Iran von einem »menschlichen Fehler« und erklärte sich bereit, jeder Opferfamilie 150.000 Dollar Schadensersatz zu zahlen.

Irans Präsident Hassan Rohani hatte mehrmals ein Gerichtsverfahren gegen die Verantwortlichen gefordert. Die iranische Führung gab den Abschuss erst mit Verzögerung zu. Das führte im Land zu wütenden Protesten gegen die Regierung, die der Lüge bezichtigt wurde. Der Vorfall hatte in den vergangenen Monaten auch immer wieder zu diplomatischen Spannungen zwischen Teheran und den betroffenen Ländern geführt.