Erstmals sieht jetzt ein hochrangiger Vertreter der EU-Arzneimittelagentur EMA eine kausale Verbindung zwischen der Corona-Impfung mit dem britisch-schwedischen AstraZeneca-Vakzin und dem Auftreten von Blutgerinnseln im Gehirn mancher Geimpfter. „Meiner Meinung nach können wir mittlerweile sagen, dass es klar ist, dass es einen Zusammenhang mit dem Impfstoff gibt“, sagte der Chef der EMA-Impfabteilung, Marco Cavaleri, in einem Interview der italienischen Zeitung „Il Messaggero“.

Mehrere Länder haben die Verwendung des Mittels nach Fällen von Blutgerinnseln in den Hirnvenen Geimpfter in jüngster Zeit eingeschränkt. Die Thrombosen führten bei einigen Menschen zum Tode. In Deutschland wird das Vakzin seit vergangenem Mittwoch in der Regel nur noch bei Menschen eingesetzt, die älter als 60 Jahre sind. Andere Länder wie Dänemark und Norwegen setzten die Impfung mit diesem Präparat vorsichtshalber aus.

Einzelheiten noch nicht bekannt 

Auf welche Weise das AstraZeneca-Vakzin in wenigen Fällen Blutgerinnsel bei Geimpften auslöst, ist nach Cavaleris Angaben noch nicht klar.

Marco Cavaleri (Archivbild)

Die EMA hat für diese Woche eine Prüfung des Impfstoffs angesetzt. „Wir versuchen, ein genaues Bild davon zu erhalten, was passiert“, sagte Cavaleri dem „Messagero“. Bei jüngeren Menschen, die den Astrazeneca-Impfstoff erhalten hatten, gebe es eine Fallzahl an Hirnthrombosen, die höher sei, „als wir erwarten würden“, führte Cavaleri aus. Da man noch nicht die Ursache der Reaktion kenne, werde die EMA wohl in dieser Woche auch noch keine Alters-Empfehlung geben können, wem der Stoff gespritzt werden solle.

Am Mittwoch will die Gesundheitsbehörde über erste Resultate der Nachforschungen berichten. Bislang hat die EMA den AstraZeneca-Impfstoff stets als sicher empfohlen und betont, der Nutzen des Vakzins überwiege deutlich mögliche negative Folgen.

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hatte am Samstag erklärt, nach landesweit mehr als 18 Millionen…