Debatte um Arbeitsbedingungen
Amazon entschuldigt sich für «Pinkeln in Flaschen»-Tweet

Die Arbeitsbedingungen beim weltgrößten Onlinehändler Amazon stehen bereits seit längerer Zeit in der Kritik. Nun hat sich der Konzern nach einer Twitter-Auseinandersetzung entschuldigt. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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Die Arbeitsbedingungen beim Onlinehändler Amazon stehen schon seit längerem immer wieder im Fokus der Kritik. Nun ist die Debatte um eine unappetitlichen Aspekt reicher.

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon hat sich nach einer Twitter-Auseinandersetzung darüber, wo und wie Beschäftigte ihre Notdurft verrichten, bei einem US-Abgeordneten entschuldigt.

Am Osterwochenende räumte der Konzern von Multimilliardär Jeff Bezos in einer Mitteilung ein, dass Lieferfahrer mitunter keine Toiletten fänden und bestätigte somit erstmals Berichte, wonach Mitarbeiter unter hohem Zeitdruck im stressigen Arbeitsalltag in Flaschen urinieren. Dass dies zunächst über einen offiziellen Twitter-Account von Amazon abgestritten wurde, sei ein «Eigentor» gewesen.

Der Konflikt hatte vorletzte Woche mit einem kritischen Tweet des Abgeordneten Marc Pocan von der demokratischen Partei begonnen: «Mitarbeitern 15 Dollar Stundenlohn zu zahlen, macht einen nicht zu einem «fortschrittlichen Arbeitsplatz», wenn man gegen Gewerkschaften vorgeht und Beschäftigte in Wasserflaschen urinieren». Amazon hatte zunächst in ungewöhnlich scharfem Ton bei Twitter gekontert: «Sie glauben nicht wirklich die Sache mit dem Pinkeln in Flaschen?». Und weiter: «Wenn das wahr wäre, würde niemand für uns arbeiten.»

Nun zeigte sich der Bezos-Konzern zwar einsichtig: «Wir entschuldigen uns beim Abgeordneten Pocan». Eine Entschuldigung an die betroffenen Mitarbeiter enthält das Statement zwar nicht, allerdings kündigte Amazon an, das Pinkelproblem in Angriff…