Liebe Leserin, lieber Leser,

im Jahr 2021 entscheiden Sie!

Je nachdem, wo Sie in Deutschland leben, können Sie bis zu dreimal ihr demokratisches Wahlrecht ausüben: Die Kommunalwahlen in Niedersachsen, drei Landtagswahlen, zwei Wahlen im Stadtstaat Berlin und die Bundestagswahl stehen noch an.

Für den SPIEGEL sind Wahlkampfzeiten gute Zeiten. Große politische Geschichten sind unser Kerngeschäft, Wahlen unser Hochamt. »Sagen, was ist«, lautete das Credo unseres Gründers Rudolf Augstein. Mehr als 70 Jahre später, im Wahljahr 2021 möchten wir es weiterentwickeln zu »Fragen, was ist«.

Und zwar gemeinsam mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Republik 21, so heißt das Projekt, mit dem wir in dieses Superwahljahr gehen. Selten war die Frage, welchen Parteien und Menschen Sie Ihre Stimme geben, so folgenreich. Selten fühlte sich Politik so weit weg an und regierte doch so tief in unser Privatleben hinein, wie in diesen quälenden Pandemie-Monaten. Und selten war so wichtig, auf welche Informationen Sie sich bei Ihrer Wahlentscheidung verlassen können.

Die Ära Merkel geht zu Ende, das Vertrauen in die Politik und einen funktionierenden Staat hat stark gelitten. Diese Wahlen werden deshalb maßgeblich darüber entscheiden, wie wir Deutschland zukunftsfähig machen.

Die Fragen, denen wir mit Ihnen nachgehen wollen, lauten:

Wie wollen wir miteinander reden – im Netz oder auf der Straße, nur mit Gleichgesinnten oder auch mit den Feinden der Demokratie?

Wie wird Deutschland gerechter – im Klassenzimmer und im Büro, zwischen Alt und Jung, Ost und West, Alteingesessenen und Neubürgern?

Wie retten wir uns – vor dem Klimawandel, der Ausbeutung unseres Planeten oder der Blechlawine in den Städten?

Wieviel Staat brauchen wir – einen Verteidiger gegen das Virus, einen Beschützer gegen Terrorgefahr oder doch vor allem einen Gestalter von Freiräumen?

Wo ist Deutschlands Platz in der Welt – in einem durch Corona gestärkten oder…