Sinkende Umfragewerte, historisch schlechte Wahlergebnisse im Südwesten und Uneinigkeit in der Corona-Politik: Knapp ein halbes Jahr vor den Bundestagswahlen steckt die Union in der Krise. Im Ringen um die Kanzlerkandidatur haben sich Berichten zufolge nun sieben Bundestagsabgeordnete aus der baden-württembergischen Landesgruppe für CSU-Chef Markus Söder ausgesprochen – und nicht für den CDU-Vorsitzenden Armin Laschet.

Dieser genieße in weiten Teilen der Bevölkerung großes Vertrauen und wäre deshalb »ein kraftvoller und aussichtsreicher Kanzlerkandidat für die gesamte Union«, zitierten die »Stuttgarter Nachrichten« und die »Stuttgarter Zeitung« (Mittwochsausgaben) aus der gemeinsamen Erklärung, die auch der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

»Der Vorsitzende der CDU trägt eine besondere Verantwortung für die gesamte Union in Deutschland«, heißt es darin demnach weiter. »Diese beinhaltet auch, dass persönliche Ambitionen für die Kanzlerkandidatur zurückgestellt werden müssen, wenn ersichtlich ist, dass jemand anderes eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung hat.«

Unterschrieben wurde die Erklärung laut den Zeitungen von den Abgeordneten Marc Biadacz, Michael Donth, Markus Grübel, Ronja Kemmer, Karin Maag, Matern von Marschall und Alexander Throm. Auch der Wahlkreiskandidat Yannick Bury sei daran beteiligt.

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner legen dem Bericht zufolge aber Wert darauf, dass ihr Vorstoß Armin Laschet in seiner Rolle als CDU-Vorsitzender nicht beschädigen soll. Auch sei der Vorstoß nicht als Spitze gegen den baden-württembergischen CDU-Landeschef Thomas Strobl zu verstehen, der sich jüngst klar für Laschet positioniert hatte.

Maag sagte den Zeitungen, die Union könne nicht bis Pfingsten auf eine Entscheidung warten, die Kandidatur müsse »zeitnah« geregelt werden. Von Marschall sagte, er halte es für richtig, »dass es in der Bundestagsfraktion zu einer Meinungsbildung und Positionierung kommt«. Die Fraktion und ihr…