Armin Laschet hat nachgedacht. Fünf Tage lang, um genau zu sein. Am vergangenen Mittwoch hatte der CDU-Chef angekündigt, noch einmal in sich gehen zu wollen.

Was kann die Antwort sein auf die dritte Corona-Welle, auf steigende Infektionszahlen, auf die vollen Intensivstationen, auf die Toten?

Fünf Tage.

Am Montag hat Laschet das Ergebnis seiner Einkehr in einem Aachener Impfzentrum publik gemacht. Ein »Brücken-Lockdown« solle im April her, erklärte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Soll heißen: weniger private Kontakte, vielleicht Ausgangssperren, mehr Homeoffice. Irgendwie. Allzu konkret wurde er nicht.

Und doch ist es eine bemerkenswerte Kehrtwende, die Laschet da vollzieht. Monatelang gab er den Fürsprecher einer liberalen Coronapolitik und sprach über Lockerungsmodelle. Erst vergangene Woche dachte er darüber nach, in seinem Bundesland entsprechende Modellkommunen für Öffnungen zu benennen. Im Präsidium seiner Partei holte er sich für seinen Anti-Lockdown-Kurs Rückendeckung und verteidigte ihn in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz.

Jetzt prescht er mit Forderungen nach harten Regelungen vor. Ist Laschet über die Osterfeiertage zum Hardliner geworden?

Vager Vorstoß

Beim genauen Hinsehen bleibt es ein vager Vorstoß, auch wenn Laschet am Dienstag im ZDF-»Morgenmagazin« noch einmal nachlegt. »Zwei bis drei Wochen« solle der Lockdown dauern, sagt Laschet. Einen konkreten Plan legt er jedoch auch an diesem Tag nicht vor. Der SPIEGEL hat der Staatskanzlei in Düsseldorf mehrere Fragen zu Laschets Plänen geschickt: Wie genau würde sich sein geplanter Lockdown auf Schulen, Kitas oder private Kontakte auswirken?

In ihrer Antwort geht die Staatskanzlei nicht auf die einzelnen Fragen ein, stattdessen verweist ein Sprecher auf Laschets Statement vom Montag. Man teilt mit: »Das weitere Vorgehen sowie weitere Details werden in enger Abstimmung mit den anderen Ländern und der Bundesregierung erörtert.«

Laschets überraschende Volte sorgt für…