Nach Berichten über Blutgerinnsel nach einer Impfung mit AstraZeneca sieht die EU-Arzneimittelbehörde Ema einen kausalen Zusammenhang. »Wir können mittlerweile sagen, dass es klar ist, dass es einen Zusammenhang mit dem Impfstoff gibt«, sagte der Chef-Stratege der Ema-Impfabteilung, Marco Cavaleri, im Interview mit der italienischen Zeitung »Il Messaggero«.

Mehrere Länder haben den Einsatz von AstraZeneca kürzlich eingeschränkt. Grund dafür waren Fälle von sogenannten Sinusvenenthrombosen (Blutgerinnseln in den Hirnvenen), die im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung mit der AstraZeneca-Vakzine standen. Auch die Bundesregierung hatte nach einer entsprechenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) den Einsatz der AstraZeneca-Vakzine vorrangig auf Menschen ab 60 Jahren beschränkt.

Ein geringer Prozentsatz von Geimpften hatte 4 bis 16 Tage nach der Impfung eine Sinusvenenthrombose entwickelt. Dabei handelt es sich um Blutgerinnsel in den Hirnvenen, die in schweren Fällen zum Tod führen können.

Forscher der Universitätsmedizin Greifswald haben eine Studie veröffentlicht, die momentan nur als Preprint verfügbar ist, also noch nicht von Fachkollegen geprüft wurde. Sie haben herausgefunden, dass die Blutgerinnsel in vielen Fällen mit einem Mangel an Blutplättchen einhergingen, also einer sogenannten Thrombozytopenie. Als Grundursache für die Thrombosen nannten die Wissenschaftler eine Autoimmunreaktion des Körpers: Im Blut der Betroffenen fanden sie spezielle Antikörper, die sich gegen die körpereigenen Blutplättchen richteten und sie verklumpten.

Bereits Mitte März war der Einsatz der AstraZeneca-Vakzine wegen Berichten über Blutgerinnsel in Deutschland und anderen europäischen Ländern zunächst ausgesetzt worden. Die Ema hatte sich daraufhin für einen weiteren, uneingeschränkten Einsatz des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca ausgesprochen. Zwar könne ein Zusammenhang mit extrem seltenen, speziellen Thrombosen nicht ausgeschlossen…