Der Zusammenbruch des US-Hedgefonds Archegos Capital kommt die Credit Suisse teuer zu stehen. Die Schweizer Großbank verbucht in dem Zusammenhang eine Belastung von 4,4 Milliarden Franken, wie Credit Suisse am Dienstag mitteilte. Für das erste Quartal stellte das Institut einen Vorsteuer-Verlust von rund 900 Millionen Franken in Aussicht. Das Institut setze das Aktienrückkaufprogramm im Volumen von mindestens einer Milliarde Franken aus und kürze die für 2020 geplante Dividende. Risiko-Chefin Lara Warner und Investmentbanking-Chef Brian Chin verlassen das Institut.

»Der erhebliche Verlust in unserem Prime-Services-Geschäft in Zusammenhang mit dem kollabierten US-Hedge-Fonds ist inakzeptabel«, erklärte Konzernchef Thomas Gottstein. »Wir werden aus diesen Angelegenheiten unsere Lehren ziehen.« Das übrige Investmentbanking sowie das Vermögensverwaltungs-Geschäft hätten sich im ersten Quartal gut entwickelt. Credit Suisse habe bei den Kunden neues Geld eingesammelt. Die Kernkapitalquote dürfte für das erste Quartal mindestens zwölf Prozent betragen und damit die regulatorischen Vorgaben übertreffen.

Dennoch ist der Archegos-Kollaps ein weiterer schwerer Rückschlag für Konzernchef Thomas Gottstein, der nach einem jahrelangen Umbau und Aufräumarbeiten für 2021 eigentlich eine Wachstumsphase ausgerufen hatte. Denn für die Credit Suisse ist Archegos bereits das zweite Debakel innerhalb weniger Wochen. Anfang März hatte das Institut die Abwicklung von vier zusammen mit Greensill Capital betriebenen Lieferketten-Finanzierungs-Fonds mit einem Gesamtvolumen von rund zehn Milliarden Dollar eingeleitet. Noch ist unklar, wie viel Geld die Abwicklung der Fonds abwirft. Insidern zufolge prüft die Schweizer Großbank, Investoren bei möglichen Verlusten aus der eigenen Tasche zu entschädigen.

Auslöser der Probleme bei Archegos Capital war der Kurseinbruch beim Medienkonzern ViacomCBS, bei dem der Fonds groß beteiligt war. Weil Archegos die Forderungen der Banken nach…