Zustand immer kritischer
Ärzte dürfen weiter nicht zu Nawalny – Propagandisten von RT aber schon

Der Ausweis, den Alexej Nawalny im Straflager tragen muss 

© Screenshot Instagram Alexej Nawalny

von Ellen Ivits

06.04.2021, 17:33 Uhr

Der Gesundheitszustand von Alexej Nawalny verschlechtert sich in Haft offenbar rapide weiter. Ärzte fürchten, er könnte sein Bein verlieren. Doch die Gefängnisleitung weigert sich weiter, Ärzte zu ihm vorzulassen.

In zunehmender Sorge um den Gesundheitszustand von Alexej Nawalny haben russische Ärzte und seine Mitstreiter am Dienstag versucht, zu dem inhaftierten Politiker vorzudringen. Der 44-Jährige wird in der berüchtigten Strafkolonie Nr. 2 in der Kleinstadt Pokrow rund hundert Kilometer östlich von Moskau gefangen gehalten, kurz IK 2. Die Leitung der Anstalt ließ jedoch die Mediziner nicht hinein. 

„Als behandelnde Ärztin von Alexej möchte ich verstehen, was mit ihm passiert. Ich habe das Recht dazu“, erklärte Anastasia Wasiljewa, Leiterin der Gewerkschaft Allianz der Ärzte, gegenüber Journalisten, die sich vor den Toren der Haftanstalt versammelt hatten. „Wer muss man sein, um Ärzten den Zugang zu einem sterbenden Menschen zu verwehren“, sagte die Ärztin.

„Wir sind nicht hier, um zu protestieren. Wir sind gekommen, um die Gefängnisleitung an das Recht der Gefangenen auf medizinische Versorgung zu erinnern“, fügte Artem Boriskin, ein weiterer Aktivist der Allianz der Ärzte, hinzu.

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Doch anstatt die Ärzte zu Nawalny vorzulassen, ließ die Gefängnisleitung die Versammlung auflösen. Neun Menschen, unter ihnen auch Wasiljewa, wurden nach Angaben des Innenministeriums der Region Wladimir festgenommen, weil sie „Verstöße gegen die…