Visabestimmungen
Brexit funkt deutschen Handwerkern ins GB-Geschäft

Spezialisten klettern an der Außenseite des «Spinnaker Towers» und streichen dabei den Aussichtsturm im Hafen von Portsmouth. Foto: Andrew Matthews/PA Wire/dpa

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Der Brexit reicht in alle Wirtschaftsbereiche hinein, das spüren nun auch deutsche Handwerker. Sie hatten sich ein zweites Standbein in Großbritannien aufgebaut. Hat das nun ein Ende?

Der Ausbau des Dachstuhls, eine neue Küche oder ein Schuppen – wenn es um Auftragsarbeiten geht, sind im Vereinigten Königreich deutsche Handwerker hoch geschätzt. Denn im Gegensatz zu ihren britischen Kollegen genießen sie einen hervorragenden Ruf.

Doch das Standbein, das sich mehrere deutsche Betriebe in Großbritannien aufgebaut haben, droht nun wegzubrechen. Grund ist – wie bei so vielen wirtschaftlichen Themen – der Brexit. «Die Dienstleistungserbringung vor Ort geht fast nur noch mit Visum, und die Visumsregelungen sind sehr restriktiv», sagt Karl-Martin Fischer von der Außenwirtschaftsberatung Germany Trade and Invest.

Einfach über den Ärmelkanal setzen und losarbeiten oder auch schnelle Lieferungen über Grenzen hinweg – so stellte sich die Lage jahrzehntelang da. «Wir sind verwöhnt gewesen», sagt Andreas Pauli, Geschäftsführer von Waagen Pauli in Velbert. Doch das ist vorbei.

Zwar gäbe es für Handwerker ein Visum, das passgenau klingt: als Contractual Service Suppliers, also für die Erbringung vertraglicher Dienstleistung. Doch, so erklärt Fischer, für dieses Visum sei ein Hochschulabschluss vorgeschrieben, also mindestens ein Bachelor. «Die Tatsache, dass der deutsche Meisterbrief dem Bachelor gleichgestellt ist, hilft nur sehr bedingt», sagt der Experte. «Denn im Zweifel wird es nicht der Meister sein, der die Dienstleistung erbringt, sondern der wird im Zweifel jemanden schicken wollen und selbst zu Hause…