Armin Laschet wirkt selbstbewusst und bestimmt, als er seine Idee verkündet. Am Ostermontag steht er vor dem Impfzentrum seiner Heimatstadt Aachen. »Geschieht nichts, werden die Zahlen erheblich zunehmen«, warnt der CDU-Chef und Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens. Im Hintergrund ist das Treiben des Impfzentrums am Feiertag zu sehen, unter seinem Jackett trägt der Ministerpräsident eine Weste. Er hat sich warm angezogen für seine Ansage.

Die folgt dann: Es brauche einen »Brücken-Lockdown«. Konkret: weniger private Kontakte, Tests bei den Schulen und Kitas. Beim Homeoffice in Unternehmen müsse mehr getan werden und die Gastronomie geschlossen bleiben, die Freizeitaktivitäten müssten heruntergefahren werden.

Brücken-Lockdown? Hatte Laschet nicht zuletzt darauf beharrt, auch in NRW Öffnungen für Modellprojekte durchzuführen?

Davon ist am Ostermontag jedenfalls keine Rede mehr. Laschets Auftritt dürfte als Eingeständnis zu verstehen sein. Als rhetorischer Trick, sich mit einem harten Begriff auf die Seite der Kanzlerin zu schlagen. Acht Tage ist es her, als Angela Merkel in der Talkshow »Anne Will« beklagte, auch der CDU-Chef tue in seinem Bundesland zu wenig gegen die steigenden Infektionszahlen. Sie drohte sogar damit, dass notfalls der Bund die Länder zum Einlenken zwinge.

Laschet kündigte an, über die Ostertage nachdenken zu wollen – was für einigen Spott auf Twitter sorgte. Der Vorschlag des Brücken-Lockdowns ist nun sein Ergebnis, es soll wohl auch ein Brückenschlag zur Kanzlerin sein.

Damit räumt Laschet ein, dass die beschlossene Notbremse der Bundesländer nicht ausreicht, um die dritte Welle zu brechen. Vielmehr sollen nun alle Bundesländer eine letzte Kraftanstrengung unternehmen, um im Mai mit genügend Geimpften wieder lockern zu können. Dazu zählt er auch etwa Schleswig-Holstein, wo die Zahlen noch vergleichsweise niedrig sind. Laschet betonte dabei, dass er sich einig sei mit vielen Ministerpräsidenten, der Bundeskanzlerin…