Im westafrikanischen Staat Nigeria haben Bewaffnete am Ostermontag ein Gefängnis im südöstlichen Bundesstaat Imo gestürmt und mehr als 1800 Häftlinge befreit.

Wie die Strafvollzugsbehörde am Montag mitteilte, wurde das Gefängnis in der Stadt Owerri von schwer bewaffneten Männern attackiert. Die Angreifer zündeten den Angaben zufolge Sprengsätze, um in die Haftanstalt einzudringen, sie lieferten sich Schusswechsel mit den Gefängniswärtern. Ein Sprecher der Gefängnisbehörde in Imo konnte zunächst nicht sagen, wie viele Häftlinge genau entkamen.

Nigerias Präsident Muhammadu Buhari verurteilte den Angriff auf das Gefängnis als »Terrorakt«. Er forderte die Sicherheitskräfte auf, die Häftlinge und ihre Befreier zu fangen. Der Gouverneur des benachbarten Bundesstaats Abia verhängte zum Schutz der Bewohner eine nächtliche Ausgangssperre in zwei Städten.

Unklar war zunächst, wer hinter der Tat stand. Imo gehört zu einer Region im Süden Nigerias, die seit Langem durch Konflikte mit der Volksgruppe der Igbo geprägt ist. Die nach Unabhängigkeit strebende Bewegung Indigenous People of Biafra (IPOB) hatte zuletzt Internetvideos veröffentlicht, auf denen dutzende ihrer Kämpfer beim Training zu sehen waren. Nach Kämpfen mit Soldaten hatten die Behörden Anfang des Jahres eine Ausgangssperre in Teilen von Imo verhängt.

Eine ähnlich groß angelegte Befreiungsaktion hatte es zuletzt in der Stadt Benin City gegeben, wo ebenfalls ein Gefängnis attackiert worden war.