Als der südkoreanische Elektronikhersteller LG vor fünf Jahren das G5 als sein neues Top-Smartphone vorstellte, war die Begeisterung groß: endlich ein Handy, das man mit Modulen schnell umbauen kann. Aber schnell kam die Ernüchterung. Software- und Hardware-Pannen führten in Kombination mit langsamen Software-Updates dazu, dass die einst beliebte Marke in der Gunst der Handynutzer immer weiter abrutschte. Nun hat sich LG entschlossen, aus der Herstellung von Smartphones auszusteigen,

2013 war LG noch der drittgrößte Smartphone-Hersteller der Welt hinter Samsung und Apple. 2020 wurden weltweit nur noch rund 23 Millionen LG-Handys ausgeliefert, so das Marktforschungsunternehmen Counterpoint. Zum Vergleich: Samsung verkaufte im vergangenen Jahr 256 Millionen Smartphones.

Ein Minus von 4,5 Milliarden Dollar

LG macht mit Smartphones schon seit Jahren Verluste, insgesamt 4,5 Milliarden Dollar in den vergangenen sechs Jahren.

Die Stilllegung des »Geschäfts mit Mobiltelefonen« werde voraussichtlich bis Ende Juli abgeschlossen sein. Der Verwaltungsrat habe den Schritt am Montag gebilligt, teilte LG Electronics mit. Das Unternehmen wolle künftig seine Ressourcen auf Wachstumsfelder wie etwa die Herstellung von Teilen für Elektrofahrzeuge und Robotertechnik konzentrieren.

Es sei eine strategische Entscheidung gewesen, sich aus dem Bereich »mit unglaublich starker Konkurrenz« zurückzuziehen. Gespräche über den Verkauf der Smartphone-Sparte an die vietnamesische Vingroup scheiterten offenbar an Differenzen über die Konditionen, berichtet Reuters.