Kurswechsel bei Impfstrategie
Lauterbach fordert Fokus auf möglichst viele Erstimpfungen

«Wenn wir jetzt unsere Strategie wechseln (…), wird kein vierter Lockdown mehr nötig sein», sagt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Foto: Michael Kappeler/dpa

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Der SPD-Politiker plädiert für einen größeren Abstand zur Zweitimpfung. So könnten bis Juli 60 Millionen Menschen ihre erste Dosis erhalten – und wären vor schweren Covid-Verläufen geschützt, so Lauterbach.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert einen Kurswechsel in der Corona-Impfstrategie hin zu möglichst vielen kurzfristigen Erstimpfungen.

Wenn der Abstand zur Zweitimpfung bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna von sechs auf zwölf Wochen verlängert würde, könnten bis Juli über 60 Millionen Menschen in Deutschland erstgeimpft und so gegen schwere Krankheitsverläufe geschützt sein, sagte er der «Augsburger Allgemeinen». «Wenn wir jetzt unsere Strategie wechseln und auf möglichst viele Erstimpfungen ausrichten, wird kein vierter Lockdown mehr nötig sein.»

Lauterbach verwies auf Erfahrungen aus Großbritannien sowie Modellrechnungen unter seiner Beteiligung, wonach so «weit über 10.000» Todesfälle verhindert werden könnten. «Studienergebnisse aus Australien weisen darauf hin, dass der Schutz der mRNA-Impfstoffe auch zwischen der sechsten und der zwölften Woche nach der Impfung so stark ausgeprägt ist, dass bei einer Corona-Infektion das Risiko schwerer Verläufe mit Klinikaufenthalten oder tödlichem Ausgang extrem gering ist.»

Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, stützte den Vorschlag und forderte, keine Dosen für Zweitimpfungen mehr zurückzulegen. «Wir haben derzeit über 1,2 Millionen Dosen Biontech und eine halbe Million von Moderna auf Lager in den Gefrierschränken liegen», sagte Watzl der…