Mit eindringlichen Worten hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Ostermontag zur Lage in der Pandemie geäußert: »Impfen verhindert nicht die dritte Welle, die dritte Welle wächst«, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Am Montag besuchte er das Impfzentrum in der Berliner Messe und dankte zusammen mit der Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) den Helfern aller Impfzentren in Deutschland, die über die Feiertage weitgehend gearbeitet haben, wie der »Tagesspiegel« berichtet.

Spahn bezeichnete die Situation auf den Intensivstationen und in den Kliniken angesichts steigender Auslastung als besorgniserregend. Laut Register der Vereinigung der Intensivmediziner stieg die Zahl der Infizierten, die auf Intensivstationen behandelt werden, über das Osterwochenende auf mehr als 4000. Davon wurde mehr als die Hälfte (rund 55 Prozent) invasiv beatmet.

»Wir müssen diese dritte Welle miteinander brechen und Kontakte reduzieren«, sagte Spahn. »Vor allem im privaten Bereich, in den Schulen, auf Arbeit, wo es eben geht.« Dass Kontaktbeschränkungen weiter notwendig seien, zeigten Länder wie Chile, Großbritannien oder die USA, in denen bereits ein größerer Teil der Bevölkerung geimpft wurde. Der Minister appellierte an die Länder, »dort, wo eine Inzidenz von über 100 ist, die vereinbarte Notbremse konsequent umzusetzen, um die Zahlen runterzubringen«.

Er forderte zudem erneut Erleichterungen für bereits vollständig geimpfte Menschen, um sie so behandeln zu können wie negativ getestete. Abstandsregeln, Hygiene oder medizinische Schutzmasken seien für beide Gruppen weiterhin notwendig.

Bis Ende April sollen laut Spahn 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland eine erste Impfdosis erhalten haben. Im ersten Quartal seien aufgrund der Impfstoff-Knappheit lediglich etwa zehn Prozent der Deutschen gegen das Coronavirus geimpft worden, »wir werden die nächsten zehn Prozent jetzt in einem Monat schaffen können«. Neben den Impfzentren würden dabei auch…